FAHRENKROG Tagesausflug Meyer Werft

Rückblick: Unsere Fahrt nach Papenburg

Der Wecker klingelt um 04:00 Uhr morgens - und das am Feiertag! Warum? Heute besichtigen wir die Meyer Werft in Papenburg und dafür lohnt sich das frühe Aufstehen allemal!  55 unternehmungslustige FAHRENKROG-Kunden und drei Kollegen bugsiert unser treuer Busfahrer nun nach Papenburg. Zugegeben – trotz Kaffee an Bord und guter Laune im Gepäck sind die insgesamt acht Stunden Fahrt etwas beschwerlich. Aber egal: Die Besichtigung der Meyer-Werft wird uns an diesem Tag in Staunen versetzen.

Bereits 1795 gegründet ist die Meyer-Werft GmbH & Co.KG das größte deutsche Schiffbauunternehmen, das zudem über das weltweit größte überdachte Baudock mit einer Länge von 504 m verfügt. Beeindruckend sind nicht nur die enormen Ausmaße dieser Halle, sondern auch ihr Verwendungszweck: Von einer verglasten Galerie aus können wir eine überdimensionale Werkstatt sehen, in der wahre Meeresgiganten geboren werden.

Bei unserer Besichtigung können wir den Bau der Norwegian Bliss (NCL) beobachten. Ihre riesigen, sich auftürmenden Schiffsfragmente lassen die fleißig umher eilenden und kletternden Mechaniker winzig klein erscheinen – ihre gelben Helme haben die Größe von Stecknadelköpfen. Es wird geschweißt, gebohrt, geschraubt. Zeitgleich bewegen sich weit über dem Geschehen dann und wann monströse Kräne: Langsam gleiten sie über der Baustelle durch die Halle und tragen Tonnen schwere Bauteile von A nach B. Die Werkstatt läuft auf Hochtouren - das Vibrieren der Maschinen ist sogar durch das dicke Isolierglas zu spüren.

Die Größen der Branche wie Royal Caribean, AIDA oder Norwegian Cruise Line lassen ihre Schiffe hier bauen: Riesige, tonnenschwere Kräne, jede Menge technische Vorrichtungen und insgesamt über 3.300 Mitarbeiter sorgen dafür, dass in unendlich vielen Bauschritten und mit Hilfe von tausenden Materialien die modernsten Kreuzfahrtschiffe errichtet werden.

Ist dann nach Monaten, wenn nicht gar Jahren langer Arbeit, wieder einmal ein neuer Gigant geboren, wird er rücklings aus dem Baudock gezogen und muss sich seinen Weg durch die schmale Ems kämpfen. Dort ein Abschied für immer - der Aufbruch in ein großes Abenteuer! Selbst unser Reisebär Hannes bekommt da feuchte Augen!

AIDA - zurück in Papenburg

Doch das große Baudock ist nicht die einzige Produktionsstätte auf dem Gelände. Auch in der kleineren Halle der Werft entsteht ein Schiff, wenn auch sein Baustadium momentan noch ein viel Früheres ist. Einzelne Blöcke und Kabinen sind zu sehen und Teile von Treppen, die eingebaut werden. Die Produktion der neuen AIDAnova steckt noch in den Kinderschuhen: Hier sehen wir sie noch in vielen zusammenhangslosen Stücken. Die Fragmente lassen nur erahnen wie groß und majestätisch ihr Anblick einmal sein wird!

AIDA musste viel Lehrgeld zahlen, weil es die beiden Neubauten Prima und Perla in Japan bauen ließ. Knapp ein Jahr verzögerte sich die Auslieferung der AIDAprima von der Mitsubishi-Werft in Nagasaki. Nun steht bei der Meyer Werft nach der Nova schon das Schwesternschiff in den Startlöchern.

Familienunternehmen in der 7. Generation!

Unsere beiden Gruppenführer haben uns sehr anschaulich den Planungs- und Produktionsweg eines Kreuzfahrtschiffs auf der Meyer Werft näher gebracht. Von den ersten Entwürfen bis zur letzten Schraube am Giganten können gute drei Jahre liegen. Bei unserem Rundgang über das Gelände, durch die Galerie, vorbei an verschiedenen Besucherstopps und den Baudocks werden wir ganz und gar Teil der Entstehungsgeschichte dieser namhaften Werft, der dahintersteckenden Familiengeschichte sowie der Entwicklung in Sachen Schiffsbau vom 18. Jahrhundert bis zum heutigen Tage.

Etliche Schiffe wurden in dieser Werft schon produziert und die Auftragsbücher sind bereits jetzt bis 2024 gefüllt. Nicht umsonst also werden die Meyers als wahre Kreuzfahrtschiff-Experten bezeichnet. In einem kleinen Kino innerhalb der Besucherhalle erfahren wir mehr über die Gründer-Familie, in deren Hand sich das Unternehmen seit sieben Generationen befindet. Sein langes Bestehen hat es vor allem dem Pioniergeist der Meyers zu verdanken: Ab 1872 begann die Werft mit dem Eisenschiffsbau – damals eine Revolution, wurden Schiffe doch seither aus Holz gefertigt. Der damalige Inhaber beweist jedoch die richtige Nase und auch seine Söhne, stets Nachfolger ihrer Väter, beweisen Geschick, indem sie das Geschäft auch durch schwere Zeiten wie beispielsweise die Wirtschaftskrise leiten: Und immer weiß sich die Meyer Werft zu behaupten und ihr Bestehen zu sichern. Toll!

Um 20 Uhr sind wir wieder in Kiel. Etwas müde aber immer noch gut gelaunt und aufgeputscht von den Bildern des Tage - und definitiv in Kreuzfahrtlaune!
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Bildnachweise: ©Meyer Werft; pixabay, Jutta Schwartz