Ich war noch niemals in New York

Ein Erstbesuch von Tobias Mahrt

Udo Jürgens singt mir aus der Seele - bis jetzt. Aber nun bin ich fast da: 3-2-1 - gelandet. Was erwartet mich? Eine Städtereise? Schwingt nicht auch viel Prestige mit? Eine erhoffte Erlebnisreise? Ein Abenteuer? Eine Shopping-, Sport- oder Eventreise? Die Besichtigung einer Kulisse von vielen Filmen und Serien - oder ist es doch einfach nur ein Großer Apfel? Ich habe eine Woche Zeit, es herauszufinden. 

Böse gucken

Nach der Landung erlebe ich zum ersten Mal das Einreiseprozedere, vor welchem sich viele USA-Reisende fürchten. Das Gefühl wird nicht besser, als direkt vor mir jemand in Begleitung von vier Beamten abgeführt wird. Nun bin ich an der Reihe und unter den strengen Argusaugen des Grenzschützers beantwortete ich brav alle Fragen über den Zweck meiner Reise, ob ich Verwandtschaft oder Freunde in den Staaten habe und, und, und. Nebenbei werden mir noch Fingerabdrücke abgenommen - und schneller als gedacht, wünscht er mir eine schöne Reise. War eigentlich gar nicht so schlimm.

Ich habe mir einen Shuttle-Bus zum Hotel gebucht. Durch die gute Beschilderung finde ich den zentralen Sammelpunkt und bekomme eine Nummer. Sobald diese aufgerufen wird, geht es in einer Traube von 10 Leuten zu einem Kleinbus, der uns in verschiedene Hotels der Stadt bringt. Eigentlich ganz gut organisiert. Mein Hotel ist das letzte, das angefahren wird. Aber ehrlich gesagt, stört mich das gar nicht: So genieße ich eine „kostenfreie“  Stadttour in den Abendstunden durch New York. Leuchtende Werbereklamen, viiiiiiiiiiel Verkehr, Tausende und Abertausende von Menschen, Hupen, Sirenen! Wow: Eindrücke über Eindrücke. Die Fahrt zieht sich gute 2 Stunden hin.

In meinem Hotel angekommen stellte ich fest, dass die Zimmer in New York selbst in der gebuchten "4* guten Mittelklasse" sehr, sehr klein sind. Rechts und links vom Queensize-Bett passt gerade ein Fuß - wohin mit den Koffern? Auch das Badezimmer ist winzig.

Tipp: Wer auf etwas mehr Platz wert legt, sollte ein altes, traditionelles Hotel wählen. Die Zimmer in den Neubauten sind oft erschreckend klein gehalten.

Müde und kaputt bleibt der erste Gang durch New York aus, und ich entscheide mich zu einem Burger im Hotel-Restaurant und einem "Feierabend"-Bierchen in der Rooftop Bar. Alles glitzert. Nun bin ich selbst ein kleiner Bestandteil des riesigen Lichtermeeres um mich herum.

Wucherpreise

Mit leichtem Jetlag geht es am nächsten Morgen früh los auf die Suche nach einer Frühstückslocation! Mein Hotel hat eine tolle Lage: Der Stadtteil "Hells Kitchen" mit vielen Restaurants, Bars und Diners liegt nebenan. In New York sollte man über Preise gut informiert sein: Ein Bagel schwankt zwischen 3 und 16 USD. Für zwei Crepes mit Nutella und zwei kleine Cola zahle ich sagenhafte 30 USD. Autsch.

Nach einigen Tagen kristallisiert sich "Fluffys Diner" direkt neben meinem Hotel als ein Preis-Leistungs-Geheimtipp heraus. Egal zu welcher Zeit und für welche Mahlzeit.

Möchte man sein Essen mit viel Spektakel und Musik zu sich nehmen, empfehle ich das bekannte "Ellen`s Stardust Diner". Hier treten die Kellner gleichzeitig als Sänger auf, um für den Broadway entdeckt zu werden. Es ist ein großartiges Erlebnis, wofür man allerdings auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen muss.

Bus oder Bahn?

Zuerst erkunde ich New York mit dem Hop on/hop off Bus. Ein recht teures und, aufgrund des Verkehrs, ein zeitintensives Vergnügen. Die meiste Zeit stehen wir im Stau. Die U-Bahn ist deutlich entspannter, wenn man schon weiß, wo man hin möchte. Die Eingänge sind oft versteckt und spärlich beschildert. Oder man übersieht sie, weil die Augen viel zu viele Eindrücke verarbeiten müssen. Aber wenn man den Bogen raus hat, ist die U-Bahn ein günstiges und tolles Transportmittel. 

Natürlich entdecke ich auch viel zu Fuß - von der Südspitze Manhattens bis zum Central Park sind es stolze 8 km Großstadt. Mit viel "rechts und links" kommt da schon eine ordentliche Strecke zusammen.

Neue Schuhe

Als Belohnung gibt es deshalb neue Schuhe! Shoppen? Wenn nicht hier, wo sonst? Ich schwanke noch zwischen: 

  • Jersey Garden Outlet Center in New Jersey 
  • Macy's
  • 21st Century oder TJ Maxx beides vergleichbar mit TK Maxx in Deutschland

Letzteres findet man zu Hauf in der ganzen Stadt verteilt und mit dem richtigen Spürsinn, der Geduld und Lust zu suchen, sind hier super Angebote von tollen Marken zu bekommen.

Jedem Shopperholiker ist "Macy's" ein Begriff: Eines der größten Kaufhäuser der Welt. Das Konzept und der Aufbau dieses alt-ehrwürdigen Unternehmens wird mir immer verschlossen bleiben, jedoch einmal die Holz-Rolltreppen zu sehen und damit zu fahren, gehört definitiv zu den kleinen "Must-Haves" in New York. 

Die Qual der Wahl

Wie viele andere Touristen auch, stehe ich vor der Qual der Wahl: "Was schaue ich mir eigentlich alles an?" Fest steht, dass ich auf das Rockefeller Center möchte. Nur von hier hat man den freien Blick über die Stadt und auf das Empire State Building. Ratsam ist es, dieses vorher zu reservieren, da die beliebtesten Zeiten (kurz vor dem vermeintlichen Sonnenuntergang) sehr schnell weg sind. Allerdings verschandelte der ein oder andere Baukran das schöne Panorama.

Beim Schlendern durch die Häuserschluchten fallen mir viele Baustellen auf und das ständige Heulen der Polizeisirenen. Negativ in Erinnerung bleiben auch die Müllsäcke, die in vielen Seitenstraßen am Wegesrand liegen - sehr zur Freude der heimischen Nagetierpopulation.

Die anderen Ausflugsziele ergeben sich eher zufällig: Central Park, Highlane, 9/11, Grand Central Station, Times Square, Eisbahn vor dem Rockefeller Center und natürlich die Wall Street.

Nicht geschafft

Was ich nicht geschafft habe? Gerne hätte ich mir ein Sport-Event angeschaut: Zum Beispiel ein NFL-Spiel der New York Jets gegen die New England Patriots. Doch Ticketpreise von 200 USD pro Person, eine schlechte Wettervorhersage und im Endeffekt die fehlende Zeit lassen mich das Spiel nicht besuchen. Im Freundeskreis werde ich dafür immer noch verbal gesteinigt. 

Ich habe mir auch kein Broadway-Musical angeschaut, war nicht im Central Park joggen und auch nicht bei der Freiheitsstatue. Vielleicht ein anderes Mal - oder vielleicht gibt Udo Jürgens mir ja auch die nächsten Ziele vor: "Ich war noch niemals auf Hawaii, ging nie durch San Francisco in zeriss'nen Jeans." Wer weiß...

Der richtige "Flash" holt mich erst 2 Wochen später ein. Ich kann nicht aufhören zu Schwärmen!
Ihr Tobias Mahrt, Reisebüro FAHRENKROG im CITTI-PARK Kiel, 0431 66401-70, tma@fahrenkrog.de

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Bildnachweise: Tobias Mahrt und pixabay