Provence-Rundreise mit Studiosus

von Susann Thiele

Wir sind im Anflug auf Marseille: Aus dem Fenster des Flugzeugs kann ich die große Hafenstadt im Süden Frankreichs bei strahlendem Sonnenschein sehen.

Frankreichs Nummer zwei hat das Schmuddelkind-Image längst abgestreift und präsentiert sich nach einem Facelift nun chic und schön. Im alten Hafen preisen Fischverkäufer vor schaukelnden Segelyachten den Fang des Tages an. Im einstigen Arme-Leute-Viertel Panier umwerben Chocolatiers und Modedesigner die Besserverdiener und im arabischen Viertel sorgen Couscous-Lokale und Maghreb-Pop für Orientflair. 

"Sur le pont d'Avignon ..." 

Im Mittelalter wurde Avignon zum zweiten Rom, der Papstpalast erzählt von kirchlicher Macht und weltlicher Lebenslust. Dann lotst uns die Studiosus-Reiseleiterin durchs Labyrinth der Altstadtgassen. Und auf dem Fragment der berühmten Brücke summen wir fast automatisch: "Sur le pont d'Avignon ..." 

Unser Hotel liegt im Herzen der Altstadt von Avignon. Das „Cloitre St-Louis“ mit dem Flair eines alten Klosters und dem Komfort eines Stadthotels. Im imposanten Innenhof spenden die Platanen Schatten, was bei den vorhergesagten 36 Grad auch nötig sein wird!

Picknick mit Geschichte

In den Markthallen kaufen wir für ein besonderes Picknick ein: Welch ein kulinarischer Überfluss! Dann sehen wir es: Das Meisterstück römischer Ingenieurskunst im besten Vormittags-Fotolicht! Die Pont du Gard spannt sich vor uns majestätisch 50 Meter hoch über den Gardon. Dieser römische Aquädukt ist der wohl am besten erhaltene der Welt. Auch heute noch stellen die 2.000 Jahre alten exakten Berechnungen die Wissenschaftler vor ein Rätsel. Genau hier genießen wir unser Picknick!

Fast schon Fußball-Weltmeister

Der nächste Tag gehört uns und da wir mittlerweile die 36 Grad erreicht haben, lassen wir uns heute einfach einmal treiben. Im Schatten der Alstadtgassen entdecken wir die weniger touristischen Ecken Avignons. Abends schauen wir ein WM Spiel der Franzosen direkt auf dem Place d´Horloge in der Altstadt: Viertelfinale. In zwei Spielen werden sie Weltmeister sein, aber das weiß natürlich noch niemand. Trotzdem ist die Stimmung schon jetzt so euphorisch, dass wir uns vom Jubel anstecken lassen und einfach mitfeiern.  

Eine meiner liebsten Städte auf der Reise ist Aix en Provence. Eine wunderschöne Stadt mit tollen Cafés, Restaurants und Geschäften. Jeden Morgen findet auf dem Place Richelme ein bunter Gemüsemarkt statt - etwas weiter ein noch farbenfroherer Blumenmarkt. Eine wahre Freude für Nase und Augen!

Gladiatoren und Lenny Kravitz

Im Amphitheater von Nimes, wo einst Gladiatoren ihre Schwerter schwangen, jubelt man heute Rockstars und Toreros zu. In diesen Tagen findet das Nimes Music Festival statt. Seit 1997 lockt diese einzigartige Kulisse jährlich für einen Monat internationale Künstler an: Von Sting über Lenny Kravitz und Simple Minds. 

Pastis und Oliven

Am Abend gönnen wir uns einen gallischen Zaubertrank: Fünf Teile Wasser und ein Teil Anisschnaps – voilà, ein Pastis, der unter provenzalischem Himmel wunderbar nach Urlaub schmeckt. 

Ein Olivenbauer weiht uns in die Geheimnisse des "Goldes der Provence" ein. Wir probieren auch Olivenmarmelade. Was man alles aus diesen kleinen Früchten herstellen kann….

Mittagsschläfchen
Pastis mit Oliven
Les Baux
St. Remy
Aix en Provence
Picknick an der Pont du Gard

Filmreif thront Les Baux auf einem Felsrücken, der steil aus der Hügelkette der Alpilles ragt. Viele kleine Geschäfte und säumen die Gassen. Von der Burgruine blicken wir über die Olivenhaine über die Landschaft. In diesem Ort hätte ich gerne noch mehr Zeit verbracht. 

Farbenspiele

Nebenan in St. Rémy liegt das Landhaus der Fürsten von Monaco  und das Kloster St. Paul de Mausole. Hier malte sich Vincent van Gogh, der wie kein Zweiter die Sonne der Provence auf die Leinwand tupfte, in seinen letzten Jahren die Qualen von der Seele. Auch die berühmte "Sternennacht" entstand hier.

Am letzten Tag unserer Reise entdecken wir römische Säulen und mittelalterliche Gassen im perfekten Historienflair in Vaison-la-Romaine. Danach lädt uns Monique Lichtner-Aix zur Plauderstunde ins Maleratelier ihres verstorbenen Mannes Werner Lichtner-Aix ein. Seine Schaffensräume sind seit seinem Tod 1987 unverändert und können besichtigt werden. In seinen Bildern spiegelt sich die unbeschwerte Lebensart des Südens. 

Überall riecht es nach Blumen

Diese Region Frankreichs hat mein Herz gewonnen. Imposante, mittelalterliche Städte mit diesem ganz besonderen Flair. Überall riecht es nach Blumen und die wunderschönen Platanen säumen die Straßen. Das Leben spielt sich draußen ab und man genießt bei Wein und Käse bis in die späten Abendstunden. Natürlich darf auch der Lavendel nicht fehlen. Aber für die volle Blüte sind wir noch ein wenig zu früh. Ende Juni bis August ist es dann in der Regel soweit. Dennoch begegnete und das lilafarbene, duftende Gewächs immer wieder in dieser Woche. Einen Zweig habe ich mitgenommen… 

Au revoir, Provence!

Diese Region Frankreichs hat mein Herz gewonnen. Einen Lavendelzweig habe ich mitgenommen.
Ihre Susann Thiele, FAHRENKROG Kiel Alter Markt, 0431 66401 35, sth@fahrenkrog.de

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Bildnachweise: ©Susann Thiele und pixabay