Gardasee: Nur Deutsche und Senioren?

von Susann Thiele

Ob das alles so stimmt? Vom Flughafen Venedig liegt der Gardasee nur 1,5 Autostunden entfernt, was die Anreise insgesamt überschaubar macht. Wir haben unsere Unterkunft in Peschiera del Garda am Südzipfel des Sees. Ein kleines, hübsches Städtchen mit kuscheligen Hotels. Von hier aus erkunden wir die Orte am Ostufer des Gardasees:

Flanierlaune im alten Postkarten-Flair

Den Anfang machen Garda und Bardolino: Hier ist sie, die deutsche Sprache und meine Fotos sehen alIe aus wie alte Postkarten! Vielleicht liegt es an dem besonderen Licht über dem See? In den 2 Badeorten mit schöner Promenade sieht man fast ausschließlich Touristen in Flanierlaune.  Malcesine, weiter nördlich am Ostufer wirkt dagegen etwas anders: Hoch oben thront eine alte Skaliger Burg über der altertümlichen Ortschaft mit idyllischen kleinen Plätzen und Gassen. 

Am nächsten Tag zieht es uns nach Limone. Wie der Name schon vermuten lässt, liegt Limone sul Garda eingebettet in Zitronengärten am Hang und alles duftet nach den gelben Früchten. Wir müssen gut zu Fuß sein, da die Wege steil sind und einige Treppen auf dem Weg liegen. Entlohnt werden wir mit italienischem Flair, und einem tollen Panorama auf die gegenüberliegende Seeseite. An dieser Stelle ist der See recht schmal. Es wird natürlich ein typischer Limoncello probiert und mitgenommen.

Auf dem Rückweg in den Süden halten wir in Salo. Trotz seiner Reize wie der wunderschönen Seepromenade, vielen eleganten Geschäften und Restaurants, ist die größte Stadt am Westufer nicht von Touristen überlaufen. Endlich können wir einige Brocken italienisch an den Mann bringen.

Verona

Der folgende Tagesausflug führt uns vom Wasser weg nach Verona - nur eine halbe Stunde brauchen wir mit dem Auto. Wir bummeln von der Arena durch die Gassen zur Ponte Scaligero: Eine römische Bogenbrücke über den Fluss Etsch.  Auf dem Rückweg geht es natürlich noch zum Balkon der Julia. Hunderte Romeos und Julias aus aller Welt stehen für ein Foto an. Ich muss lange warten um den Balkon kurz ohne Menschen zu fotografieren! Eine schöne Stadt und alles ist sehr gut zu Fuß erreichbar.

Sirmione: Endlich ohne Stau

Schon Goethe pries die Schönheit dieser kleinen Stadt. Ich muss gestehen, es ist der 2. Anlauf um in den Ort auf der schmalen Halbinsel zu kommen. Beim ersten Mal war der Stau so lang, dass wir wieder umgekehrt sind. Heute sind wir früher da und haben Glück. Dennoch braucht es eine gute Stunde bis ein Parkplatz gefunden ist. Wir laufen über eine kleine Brücke mitten in die kleinen Altstadtgassen. Es wird auch der Rekord an Gelaterias aufgestellt: Jeder zweite Laden ist ein Eiscafe! Unglaublich!

Wir wollen aber weiter: Zum Jamaica Beach. Angeblich der schönste Strand am Gardasee. Der Weg dorthin zieht sich bei den Temperaturen: Wir haben noch über 30 Grad und es ist Mitte September. Das letzte Stück geht es noch einmal über Stock und Stein: WOW, vor uns liegt ein wunderschöner Strandabschnitt mit einer tollen Aussicht auf den türkisblauen Gardasee. Ein kühles Getränk später laufen wir zurück durch die vom Wasser umschlossene Stadt. Diese Lage ist wirklich etwas Besonders.

Am Abend geht es noch einmal nach Lazise. Welch ein schöner, kleiner Ort. Mit dem besten Eis unserer Reise. Natürlich gibt es auch eine lange Promenade, kleine Gassen und Geschäfte. Aber dieser Platz hat es uns besonders angetan. Wir waren insgesamt 3 mal dort: Natürlich nur um zu Prüfen, ob das Eis noch so gut ist, wie beim ersten Besuch!

Venedig: Besser als gedacht

Vor unserem Rückflug bleiben wir noch einen Tag in Venedig. Ich hatte mich auf das Schlimmste vorbereitet: Menschenmassen und Taschendiebe, Wucherpreise und unfreundliche Italiener. Und ja, an den berühmten Plätzen, wie der Rialto Brücke und dem Markusplatz quetschen sich die Touristen entlang. Aber sobald man in eine Seitenstraße abbiegt ist es ruhig.

Zu Beginn fahren wir mit dem Wasserbus den Canale Grande entlang. Dann erlaufen wir diese weltbekannte Stadt. Ich kann mich zwischen den Fotomotiven kaum entscheiden: Ist doch ein Haus schöner als das andere. Dieser morbide Charme und die Farben der Fassaden sind wunderschön.

Vor der Rückfahrt gönnen wir uns noch einen Aperol Spritz am Canale Grande. Eingestellt auf einen Wucherpreis erhalten wir die Rechnung: 5 Euro pro Glas. Welch schöner Abschluss.

Abends kommt Italien zum Vorschein

Viele Orte am Gardasee sind fest in deutscher Hand. Und ja, auch in Seniorenhand. Aber warum auch nicht? Und abends, wenn sich die meisten Touristen zurückziehen, kommt Italien zum Vorschein. Ich empfehle allerdings für diese Region einen Mietwagen um mobil zu sein. Die Busverbindungen sind recht überschaubar und die Fährverbindungen zwischen den einzelnen Orten oft lang und teuer. Verona und Venedig waren definitiv Highlights.

Eine schöne Region für Feinschmecker, Sportler und Kulturinteressierte: Alle kommen auf Ihre Kosten. Dolce Vita eben.
Ihre Susann Thiele, Reisebüro FAHRENKROG Kiel, Alter Markt. 0431 66401-35, sth@fahrenkrog.de

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Bildnachweise: ©Susann Thiele und pixabay