Ayurveda in Sri Lanka

Tradition zwischen Derrick und Stirn-Ölguss

von Sibylle Kannengiesser

Unglaublich: Ich tue es schon wieder! Zum dritten Mal fliege ich nun für eine Ayurveda-Kur nach Sri Lanka. Warum? Ich möchte genießen!

Die Anreise ist lang, aber trotzdem gut machbar - sogar immer besser. Denn diesmal fliege ich mit Emirates über Dubai. Von dort sind es noch 4 Flugstunden nach Colombo, der Hauptstadt. Am Flughafen werden wir abgeholt und zu unserem Hotel Siddahelpa Ayurveda Resort gefahren. Ich habe das Hotel erneut gewählt, da der Transfer nicht so lang ist: Die Autofahrten in Sri Lanka wirken auf uns Europäer bedenklich. Gerne wird spontan aus einer 2-spurigen Straße eine 4-spurige gemacht. Und dieses Gehupe!

Im Hotel angekommen ist es inzwischen später Nachmittag und wir dürfen sofort in unsere Zimmer. Diese sind wirklich sehr großzügig eingerichtet und haben alles, was man braucht. Kein totaler Luxus, aber wirklich charmant und mit liebevollen Details. 

Es geht los: Mein Dosha

Am nächsten Morgen geht es los mit der Arzt Konsultation. Mein Dosha wird bestimmt! Oha - was dabei wohl rauskommt? Es gibt Vata, Pitta und Kapha. Ziel in den nächsten 2 Wochen ist es mit einer Phanchakarma Behandlung mich in mein Dosha zurückzubringen, damit ich ausgewogener und gesünder leben kann. Durch Ungleichgewicht wird der Mensch aus seinem Dosha gebracht und das macht krank. Dieses Ungleichgewicht entsteht, wir ahnen es, durch Überarbeitung oder Überbelastung des Körpers. Unangemessene Nutzung der Sinne und einem fehlenden Lebens-Rhythmus. Somit ist das Ziel von Ayurveda, nicht nur Krankheiten zu heilen, sondern auch das Wohlergehen zu fördern.

Ayurveda

Ayurveda setzt sich aus den Worten Ayur für Leben und Veda für Wissenschaft zusammen. Seit ihrer Entstehung in Indien vor 5.000 Jahren, wurde Ayurveda von Generation zu Generation weitergegeben. Der Mensch wird stets als Ganzes gesehen. Die Ausbildung zum Ayurveda-Arzt dauert 5,5 Jahre. Während die Lehre in Asien als Heilmethode anerkannt ist, verbinden wir mit Ayurveda eher Wellness. 

Wirre Träume: Was passiert mit mir?

Ich bekomme die ersten Tage mit speziellen Ölen Massagen für Kopf, Gesicht, Hände, Füße und den ganzen Körper, dazu Kräuterbäder. Darauf folgt am 4. Tag die Reinigung von innen, nicht schön, aber auch kein Grund nach Hause zu fahren. Am 5. Tag beginnt der Stirn-Ölguss/ Shirodara für 3 Tage. In diesen Tagen ist der Körper beschäftigt. Das äußert sich durch unruhigen Schlaf: Ich träume mehrfach von einer Altherren Volleyballmannschaft, die in unserem Reisebüro ein Spiel austragen möchte, was ich leider nicht erlauben kann. Bin ich zu streng? Tagsüber sind wir jetzt in dieser Phase lichtempfindlich, sensibel und frieren selbst bei 30°C. Aber gehört wohl dazu. 

Es geht bergauf

Nun folgt der Aufbau des Körpers: Massagen und Peelings, eine Nasenreinigung mit Öl, Dampfbäder mit Kräutern. Da jeden Tag Behandlungen sind, ist es kaum möglich, große, mehrtägige Ausflüge zu machen und sich das wunderschöne Land Sri Lanka anzuschauen. Daher nehmen wir uns nur einen Tag frei und buchen eine Zugfahrt durch das Hochland nach Kandy, um uns dort den Zahntempel, den Botanischen Garten und die Umgebung anzuschauen. Ein tolles Erlebnis.

Unser Hotel ist nur für Ayurveda Gäste: Alle laufen mit Gesichtsmasken und Kopfwickeln herum. Wir selbst ja auch. Somit wird auch vom Hotel einiges an Aktivitäten angeboten: Kochkurse, Rundgänge durch die Gartenanlage des Hotel mit unzähligen Heilpflanzen, Ausflüge zum Tempel in die nächste Stadt, Vorträge über Ayurveda und Meditation, sowie jeden Tag Yoga!

Yoga Kauderwelsch

Yoga findet zweimal am Tag morgens um 06 Uhr und abends um 17 Uhr statt. Der Lehrer spricht ein englisch/deutsch Kauderwelsch. Wir schmunzeln über Aufforderungen wie excel und in hell ( exhale und inhale ) oder ama up ( Arme hoch).  

Lagerkoller

Trotzdem bleibt die Gefahr des Lagerkollers nicht ganz aus. So auch bei uns: Wir nennen uns inzwischen Hannelore und Hildegard und haben fast alle Bewohner des Hotels in eine fiktive Derrick Folge eingebaut. Natürlich international besetzt. Es gibt den Lieblingssohn von Hannelore, der leider das Mordopfer ist, Nebenrollen, die auf ungeklärte Weise verschwinden ( = Abreise ). Wir erfinden Wladimir, den Russen, der zur Tarnung mit seiner Mutter angereist ist und oft verdächtig in der Lobby herumlungert. Und natürlich den Gärtner, der den lieben, langen Tag pfeifend die Blätter fegt! Zu harmlos? Der Mörder? Fast haben wir ihn enttarnt, da ist unsere Reise auch schon wieder vorbei. Schade, war grad so lustig!

Und was bringt nun so eine Ayurveda-Kur? Für mich heißt es: Entschleunigen, gesund essen, schlafen und die herrlichen 30°C genießen. Das war nicht meine letzte Ayurveda Reise!
Ihre Sibylle Kannengiesser, Reisebüro FAHRENKROG Kronshagen, 0431 61100, ska@fahrenkrog.de

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Bildnachweise: ©Sibylle Kannengiesser und pixabay