Kapverden: Karibik mal anders

von Gaby Remien

Bin ich hier auf Lanzarote oder doch in der Karibik? Diese Frage stelle ich mir zuerst, als ich nach 6,5 Stunden auf der Insel Boa Vista im Atlantik lande. Mein Puls geht immer noch etwas schneller - die Boeing 737 hat hier nur 300 Meter Landebahn zur Verfügung und braucht somit ziemlich gute Bremsen! Nun erblicke ich Sanddünen und mondähnliche Vulkanlandschaften. 

Insel Boa Vista - ein verschlafenes Nest

Die Hauptstadt Sal Rei wirkt sehr gemütlich, fast verschlafen, obwohl hier gut die Hälfte der insgesamt 12.000 Bewohner der Insel leben. Hier gilt das Motto „NO STRESS“.  Auf dem Hauptplatz, der Praca de Santa Isabel mit ihren vielen bunten Blumen und Pavillons, kann man afrikanische Händler und Waren bewundern. Aber auch Obst und Gemüse werden verkauft. Der Osten der Insel ist recht einsam und verlassen, streckenweise trifft man keine Menschenseele. Auch an anderen Ecken auf der Insel gibt so gut wie keine Infrastruktur. Wer auf der Insel Boa Vista Urlaub macht, verbringt die Zeit meist in der gebuchten Hotelanlage (RIU, Iberostar). Abends bummeln gehen ist hier nicht möglich. Eher etwas für Naturliebhaber und Ruhesuchende.

Mehr Adrenalin gibt es bei den überall angebotenen Jeepsafaris: Die Fahrer sind allerdings recht schmerzfrei und rütteln einen ordentlich durch! 

Portugiesisch-Kreolisch

Bis 1456 waren die neun vulkanischen Inseln komplett unbewohnt. Heute zählt die einstige Kolonie Portugals zu den stabilsten und wohlhabendsten Ländern Afrikas. Trotzdem leben mehr Kapverdier im Ausland als auf den Inseln. Wer zu Hause geblieben ist, wird meist von Angehörigen aus der Ferne finanziell unterstützt. Der Tourismus läuft langsam an und sorgt aktuell für etwa 10% des Inseleinkommens. Die größte Besuchergruppe machen Engländer und Skandinavier aus. Besonders beliebt sind die Inseln auch bei Tauchern, da zahlreiche Wracks zu entdecken sind. 

Insel-Hopping

Nach 4 Tagen im Hotel RIU Karamboa fliege ich von Boa Vista auf die Insel Sal mit der Fluglinie Binter Cabo Verde. Und was soll ich sagen: Auf dem 15 minütigen Flug gibt es für jeden Fluggast eine Tüte Erdnüsse und ein Bonbon! Da können sich andere Airlines direkt mal eine Scheibe abschneiden: Allen voran die TUIFly! Es gab auf dem 6,5 Stunden langen Flug weder kostenfreie Getränke noch Speisen. Ganz zu schweigen von Filmen oder Musik. Man merkt, dass sich der Großteil der Gäste inzwischen mit Laptop und Handy selbst beschäftigt. Und auch notgedrungen selbst versorgt. 

Insel Sal - die goldene Sandperle

Beim Landeanflug auf die Insel Sal glaube ich auf einer goldgelben Sandperle zu landen! Sand, Wüsten, Trockentäler, aber auch kleine Oasen, Salinen und stille Vulkane prägen das Inselbild. Der starke Passatwind, der von November bis Juni weht, macht die Insel zu einem Eldorado für Surfer.

Die Stadt Santa Maria hat sich rege entwickelt. Hier gibt luxuriöse Hotelanlagen, wo die Gäste europäischer Standard erwartet. Santa Maria bietet mit seinen kilometerlangen und bis zu 200 Meter breiten Stränden wahrscheinlich die idealsten Bedingungen für einen klassischen Strandurlaub in der afrikanischen Karbik. Das Wahrzeichen der Stadt mit ihren kleinen Restaurants, Läden und pastellfarbenen Häusern ist zweifelsfrei das Waagehaus am alten Hafenkai, wo früher das Salz abgewogen wurde und man heute Souvenirläden findet. Geheimtipp: „Chez Pastis“, ein kleines Restaurant mit 10 Tischen, wo es die besten Fischgerichte gibt. Unbedingt vorher reservieren! 

Auf dieser Insel kann man sich tatsächlich auch außerhalb seiner Hotelanlage bewegen, entweder zu Fuß nach Sal gehen oder für ca. 3 € mit dem Taxi fahren. Selbst am Abend ist es für Europäer absolut sicher, durch die Stadt zu laufen.

Strände

Die Strände sind ein Traum! Feinsandig und kilometerlang! In unserem Winter ist es auf den Inseln allerdings sehr windig. Schade besonders für Familien mit Kindern. Häufig weht dann die gelbe oder auch rote Flagge und es ist Badeverbot! Aber die Kleinen wollen ja eh meist lieber in den Pool! Die schönste Poolanlage hat übrigens das All Inclusive Hotel RIU Touareg auf Boavista!
Beide Inseln sind komplett unterschiedlich. Ich persönlich würde lieber auf Sal Urlaub machen: Es ist besser erschlossen und man hat mehr Ausflugs-Möglichkeiten.
Ihre Gaby Remien, FAHRENKROG Kiel, Alter Markt, 0431 66401 36, gre@fahrenkrog.de

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Bildnachweise: ©Gaby Remien und pixabay