Der Totenkopf auf der Torte

Mexiko: Mysteriös und erholsam

Ein Gästebericht von E. Routier Casper

Andere Länder - andere Sitten. In Mexiko wird mir das diesmal besonders deutlich. Es ist Dezember 2018 und ich sitze neben einem Skelett. Vor kurzem wurde hier der "Tag der Toten" gefeiert und die schaurigen Gesellen lächeln uns mehr oder weniger zahnlos an jeder Ecke zu. Die Reisezeit ist ideal für Mexiko: Die Hurrikan-Saison bereits vorbei und es ist angenehm trocken. Mich erwartet eine Rundreise mit Meier`s Weltreisen (DER Tour) und eine Badeverlängerung in Playa del Carmen. 

Was mich an diesem Land reizt? Die Geschichte: Alt und neu. Kolonie-Historie und Trumps Mauer. Die Bauten der Mayas und der Kometenkrater, der die Dinosaurier aussterben ließ. So viel vereint sich in diesem Land in Mittelamerika. 

Und ich freue mich auf die Menschen: Dieses lebenslustige Volk, das bunte Farben genauso liebt wie Tequila und Tacos. Auf die Strände der Karibik, die Sonne, Sombreros und die fröhliche Mariachi-Musik mit ihren Cucarachas.

 Los geht's!

Unsere schnell eingeschworene Gruppe besteht nur aus 9 Reisenden - drei Paare, drei Singles und Ernesto. Das ist unser kompetenter und engagierter Reiseleiter, der nicht nur fließend Deutsch spricht, sondern auch alle unsere Fragen geduldig beantwortet. Er hat außerdem einen Faible für Archäologie und Geschichte: Passt, denn folgende Etappenziele umfasst unsere Rundreise "El Mexicano":

Mexico City (Teotihuacan) – Puebla – Oaxaca (Monte Alban/Mitla) – San Christobal – Palenque – Campeche – Merida – Chichén Itzá

Viel Kultur aber auch viel "Land und Leute", und darauf freue ich mich am meisten. Die Unterbringung erfolgt stilecht in schönen alten Kolonialhäusern. Die Tage sind gefüllt und aufregend: Pyramiden, Paläste, Gärten und Tempel werden entdeckt, erklommen und fotografiert. Was haben diese alten Steine alles erlebt? 

Abends treffen wir uns fast immer mit Ernesto, und entdecken zusammen urige Restaurants mit mexikanischer oder Maya Küche. Dort klingt so manch anstrengender Tag in gemütlicher Runde aus. Toll ist auch der Besuch einer Show in San Cristobal mit mexikanischen Tänzen, die durch die spürbare Freude der Tänzer und Musiker sehr authentisch wirkt.

Riten

Uns beeindruckt die Aufgeschlossenheit, Lebensfreude der Mexikaner und die faszinierende Geschichte des Landes sehr. Der Katholizismus ist heute noch mit den alten Riten aus vorspanischer Zeit verschmolzen. In Mexico City findet auf dem Platz vor der Kathedrale ein nationaler Gebetstag statt, während dort gleichzeitig öffentlich alte Reinigungszeremonien mit curandores(=Heiler) und indianischen Tänzern durchgeführt werden. Auch der Umgang mit dem Tod ist speziell: Er wird als Teil des Lebens betrachtet. In den Läden sehe ich reihenweise bunt bemalte Totenschädel, sogar als dekorativ verzierte Torten in den Bäckereien. Nicht selten sitzt ein Skelett am Eingang des Restaurants oder kunstvoll bemalte Schädel stehen vor den Geschäften. Das größte Fest mit den schaurigen Gesellen - und auch UNESCO Weltkulturerbe - ist der Dia de los Muertos, der Tag der Toten, Anfang November. Dem Glauben nach kommen die Verstorbenen dann zurück, um mit den Lebenden Erntedank zu feiern. Auf den Friedhöfen wird gegessen, gelacht und getanzt. 

Badeverlängerung in Playa del Carmen

Im Anschluss an die teils anstrengende Busreise haben wir einen erholsamen Badeaufenthalt in einem All Inclusive-Resort an der Karibikküste gebucht. 

Hier wechseln sich Mangrovenwälder mit weißen Strandabschnitten ab. Mit dem Shuttle-Bus sind wir in 15 Minuten in Playa del Carmen, das im Gegensatz zu den besuchten Stätten, sehr europäisch wirkt. Wer shoppen will, ist hier richtig! Viele Touristen (vorwiegend Amerikaner) drängeln sich durch die enge Hauptstraße. Sie sind auch der Grund dafür, dass die heimliche Währung der US-Dollar ist. Oft versperren Verkäufer den Weg, die potenzielle Käufer trickreich in ihre Shops zu locken versuchen. Um die völlig überzogenen Preise der organisierten Tagestouren zu vermeiden, sind wir von hier aus mit dem örtlichen Bus in das eine Stunde entfernte Tulum gefahren. Was für eine Aussicht! Die Maya-Stätte liegt direkt an der karibischen Riviera Maya und thront auf einer Klippe über dem Meer. Natürlich sind wir hier nicht die einzigen Besucher. Aber trotz des Rummels ist es sehenswert.  

Mein Fazit

Für mich persönlich bleibt die Kombination aus Rundreise und Strandurlaub unvergesslich: Eine kleine Gruppe, ein toller Reiseleiter, eine gute Reisezeit (Mitte - Ende November) und ein interessantes Land, das noch nicht dem Massentourismus zum Opfer gefallen ist (abgesehen natürlich von den Touristenhochburgen in Yucatàn).
Ein besonders beeindruckender Ort? Vielleicht die Indio-Dörfer im Hochland mit ihrer Mischung aus katholischer Frömmigkeit und alten noch sehr lebendigen Maya-Bräuchen. Oder ein Abend am Zocalo, dem Zentralplatz jeder mexikanischen Kleinstadt, wo sich Familien und Freunde auf einen Schwatz treffen und um in den umliegenden Cafés Musik zu hören.

Übrigens: Authentische Mariachi-Musik gibt es nur auf der Plaza Garibaldi in Mexiko-City!
Auf dieser fast dreiwöchigen Reise können wir nur erste Eindrücke sammeln. Nach der Rundreise trennen sich leider die Wege unserer tollen Gruppe, da der Strandurlaub individuell gebucht wurde. Aber wir stehen auch heute noch in Verbindung und vielleicht sehen wir uns ja irgendwann in Mexiko wieder! Ein tolles Land!

Lust auf Mexiko? Schreiben Sie uns! Ihr FAHRENKROG-Team

Um das Formular abzusenden, müssen Sie unseren AGB und Datenschutzrichtlinien zustimmen:

Sicherheits-Tipp:

Wenn man außer einem entspannten Badeurlaub mehr über Mexiko erfahren möchte, sollte man sich zu einer Rundreise entschließen, die auch in Eigenregie mit einem Mietwagen machbar ist. Die in den Medien oft erwähnten Überfälle durch Drogengangs passieren in Nordmexiko. Touristengegenden wie die Halbinsel Yucatán bleiben meist unberührt. Selbst in Mexiko City konnten wir noch spät abends allein unterwegs sein: Ohne Angst vor Belästigungen oder Übergriffen. Auch auf der Plaza Garibaldi, dem berühmt-berüchtigten abendlichen Treffpunkt der Mariachi-Kapellen, fühlten wir uns dank hoher Polizeipräsenz jederzeit sicher. Im Bundesstaat Chiapas ist die Fahrt durch die Sierra Madre nicht immer ungefährlich. Hier befindet sich das Gebiet der Zappatistas, die für die Autonomie der Indios kämpfen und in deren Fahrwasser kriminelle Banden auch Touristenbusse überfallen. Dank der Umsicht unseres Reiseleiters, der in ständigem Kontakt mit anderen Reiseleitern stand, konnten wir die 260 km lange Strecke in 6(!) Stunden gefahrlos bewältigen.

Hinweis zu Gästeberichten:

Sie haben bei uns eine besondere Reise gebucht und Lust, Ihre persönlichen Tipps und Eindrücke in unseren Gästeberichten zu teilen? Natürlich gibt es für jeden veröffentlichten Bericht eine kleine Überraschung! Schreiben Sie uns einfach eine kurze Nachricht - wir melden uns dann umgehend.

Bildnachweise: ©E. Routier-Casper und pixabay, Für die Rundreise El Mexicano gelten die AGB des Reiseveranstalters  DERTOUR.