Reisen in Corona-Zeiten

Rhodos 2020 von Cindy Scherf

Der QR-Code

Nun stehen wir also am Flughafen in Hannover  - es ist 23:07 Uhr und wir starren gebannt auf das Handy: Nun muss er doch endlich kommen, der QR-Code für die Einreise! Schließlich geht unser Flug schon in etwas über einer Stunde um 00:40 Uhr. Beantragt haben wir ihn schon vor zwei Wochen auf der Seite  https://travel.gov.gr/#/. Neben Namen und Geburtsdaten wird hier die Flugnummer und der Hotelname eingetragen.

"PING" macht das Handy, und da ist er: Der heißersehnte Code. Auch andere, auf Sicherheit bedachte deutsche Urlauber, um uns herum atmen hörbar auf, und ab jetzt ist wirklich Urlaub! Und für mich zum ersten Mal in Griechenland.
Am Check-In Schalter von Corendon zeigen wir die Bestätigungsmail vor und erhalten problemlos unsere Bordkarten. Bei jedem Passagier wird beim Einstieg kurz die Temperatur gemessen, und da der Flieger nicht ausgebucht ist, haben wir eine ganze Reihe für uns allein! Es gibt eine kurze Ansage, dass aufgrund der aktuellen Lage kein Essen und Trinken im Flugzeug verteilt wird, und los geht's nach Rhodos! 

Im Hotel

Auf Rhodos angekommen, zeigen wir den QR-Code vor. Ein kurzer Blick auf das Handy und wir dürfen passieren. Nur eine Person aus dem Flugzeug wird zur genaueren Kontrolle gebeten.
40 Minuten später erreichen wir unser Hotel im schönsten Sonnenaufgang: Das White Dreams Resort in Faliraki, ein erst 2019 eröffnetes Erwachsenenhotel. In der Anlage ist das Tragen von Masken freiwillig. Das Personal allerdings trägt stets Masken und Handschuhe. Die Handhabe scheint unterschiedlich: So hören wir von anderen Hotels, dass dort auch für Gäste Masken vorgeschrieben sind, und gelegentlich Temperaturmessungen erfolgen. Verständlich, wenn man bedenkt, wie wichtig der Tourismus für Griechenland ist. Hier will man keine Risiken eingehen. 

Viel Platz

Viele Hotels auf der Insel sind leider noch geschlossen. Das White Dreams Resort ist allerdings bis auf zehn Zimmer ausgebucht, was wir aber nicht merken. Überall ist reichlich Platz. Die Mahlzeiten werden in Buffetform ohne Selbstbedienung angeboten. Wie das geht? Wir sagen dem Service-Personal was wir essen möchten, und bekommen es auf verschiedene Teller gelegt. Zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie auch schön: So läuft nicht immer jemand zum Buffet, und der gesamte Essensbereich ist angenehm ruhig.
Gegen Mittag dürfen wir unser Maisonette Swim-Up Zimmer beziehen. Ein einziger Traum! Den ersten Tag genießen wir bei strahlendem Sonnenschein und 32°C an unserem privaten Pool. 

Kein Warten, kein Anstehen

Für die nächsten drei Tagen mieten wir uns einen Roller um die Insel zu erkunden. Nach dem herrlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Tsambika Beach, einem der schönsten Strände der Insel: Flaches, türkisfarbenes Wasser und feiner, heller Sand - ein Traum! Es sind kaum Menschen am Strand und wir haben freie Liegenwahl. Plastikwände zwischen den Liegen, wie man sie aus einigen reißerischen Fernsehberichten kennt, sehen wir nirgendwo. Statt dessen bummeln wir an kleinen, urigen Tavernen entlang und haben reichlich Platz und Abstand. Nachmittags füllt sich der Strand, doch im Vergleich ist es immer noch wenig, wenn man bedenkt, dass gerade eigentlich Hochsaison ist.
Am gleichen Abend steht das Champions League Finale an. Wir müssen gar nicht lang suchen und finden eine passende Bar in der Nähe des Hotels. Obwohl die Bar gut besucht ist, wird auf die Abstände der Tische geachtet. Das Personal trägt Mund-Nasenschutz Masken.

Auch um in den Tunnel der Sieben Quellen von Epta Piges zu gelangen (Badeschuhe empfohlen) müssen wir nicht Anstehen. 190 Meter führt er durch den Felsen bis zu einem kühlen Stausee. Es ist menschenleer: Nur zwei Autos und unser Roller stehen auf dem Parkplatz. So schauen wir uns alles in Ruhe an und sind begeistert von dieser schönen Natur.

Akropolis von Lindos
Köstliche griechische Küche
Griechische Schönheiten
Kalithea-Therme
Lindos

In der Kalithea Therme genau das selbe: Wir sind alleine in dieser zauberhaften Thermenanlage und können alles in Ruhe auf uns wirken lassen.
Die Akropolis von Lindos ist geringfügig mehr besucht. Wir machen entspannt unseren Rundgang und viele Fotos von der atemberaubenden Aussicht. Auch in Lindos selbst laufen uns kaum Menschen über den Weg. Wir schlendern durch die Gassen, essen einen leckeren Frozen Yoghurt und genießen dieses schöne Fleckchen Erde. Alle Geschäfte haben geöffnet (Maskenpflicht), und die herzlichen Menschen freuen sich riesig über die Touristen.

Sonnenuntergang

Für die Strecke nach Siana und Monolithos mieten wir uns direkt im Hotel für 35 € einen Mietwagen. Normalerweise sollen wir das Auto gegen 19 Uhr im Hotel wieder abgegeben. Der Autovermieter gibt uns allerdings den Tipp, in Monolithos den wunderschönen Sonnenuntergang anzusehen – gesagt getan: Ein atemberaubender Ausblick auf das Meer, während die Sonne langsam hinter dem Horizont versinkt.

Absatzkiller und Kupferpfanne

Zwei Abende verbringen wir in Faliraki. Von unserem Hotel aus sind es nur 15 Gehminuten. Auch hier haben alle Geschäfte und Supermärkte normal geöffnet (Maskenpflicht). Das Acropolis Restaurant Faliraki wird hier zu unserem Highlight: Ein super leckeres Restaurant mit einheimischen Spezialitäten. TIPP: Unbedingt einen gebratenen Käse (Saganaki) bestellen. In einem Kupferpfännchen wird dieser mit einer Scheibe Zitrone gegart. Auf Wunsch auch mit Muscheln oder Garnelen. Köstlich! 

Ein Besuch in Rhodos Stadt darf natürlich nicht fehlen. Normalerweise schieben sich hier die Touristenströme durch die Gassen, liegen mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen, und die Luft ist erfüllt von einem Potpourri aus allen Sprachen dieser Erde. Aber selbst hier spazieren wir ganz gemütlich ohne Gedränge durch die historische Altstadt, die seit 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

Das Kopfsteinpflaster ist unglaublich und besteht aus lauter quergelegten Flusskieseln. Echte Schuh-Absatzkiller! Flache Treter sind hier eindeutig gesünder. Ohne Anstehen besichtigen wir den Großmeisterpalast, und genießen ein kühles Mythos-Bier im Restaurant „Mamma Sofia“, direkt im historischen Zentrum. Eine tolle Empfehlung von Freunden! Nach Kontaktdaten werden wir allerdings nirgendwo gefragt.

Am Hafen von Rhodos Stadt
schattige Taverne

Rückreise und Fazit

Zurück bringt uns die tuifly. Auch hier ist der Flieger nicht komplett ausgebucht, und wir haben wieder eine ganze Reihe für uns. Allerdings wird kein Fieber gemessen und es wird im Gegensatz zum Hinflug wieder Essen und Trinken verteilt. In Deutschland angekommen, dürfen nach und nach die aufgerufenen Reihen aus dem Flugzeug aussteigen. In der Theorie gut durchdacht, allerdings haben wir einige ungeduldige Passagiere an Bord, die unbedingt an erster das Flugzeug verlassen möchten. Schade eigentlich. 

Wir haben eine Woche komplett abschalten und entspannen können. Von Corona haben wir wenig mitbekommen. Es gibt kein langes Warten an den Touristen-Hotspots, und die Strände sind so leer, wie sie es wahrscheinlich (und hoffentlich) nie mehr sein werden. 

Ein, trotz Maske, rundum gelungener Urlaub: Viel Sonnenschein und ein etwas anderes, aber keinesfalls unattraktives Rhodos!
Ihre Cindy Scherf, Reisebüro FAHRENKOG im CITTI-PARK Lübeck, 0451/ 388 499 00, csc@fahrenkrog.de

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Bildnachweise: ©Cindy Scherf und pixabay