Tansania: Meine Afrika-Gänsehaut

Afrika-Expertin Corinna Kasten auf Safari mit Studiosus Reisen

Ein Traum wird wahr: Ich reise mit Studiosus durch den Norden Tansanias. Werden meine hohen Erwartungen an die Besonderheit einer Studiosus-Erlebnisreise und das Reiseland erfüllt werden? Schließlich steht Studiosus für hochwertige Reisen, perfekte Organisation und sehr gut ausgebildete Reiseleiter; Tansania für eine fast unglaubliche Natur- und Tiervielfalt.  

Ich fliege mit Ethiopian Airlines von Frankfurt zum Arusha Airport Kilimanjaro. Den Berg selbst sieht man allerdings von der tansanischen Seite so gut wie nie. Er ist besser von Kenia aus zu sehen. Ethopian Airlines gehört zu sichersten afrikanischen Airlines. Wie ich es allerdings schon von Namib Air und SAA kenne, ist der Service afrikanisch-rustikal. Wem nicht sehr der europäische Magen knurrt, der sollte auf das Essen an Bord verzichten. Der Umstiegsflughafen Addis Abeba ist auch karg: Kaum Geschäfte und keine ansprechende Gastronomie. In einem Coffeeshop sitzen Gäste mit traditionellen Teegefäßen am offenen (!) Holzkohlefeuer. Wie an einem afrikanischen Lagerfeuer. So werde ich nach 6 Stunden Flug über Nacht in eine andere Welt katapultiert. 

TIPP: Nach der Sicherheitskontrolle kommt man an die Gates zu den Weiterflügen. Es gibt dort keinerlei Gastronomie oder Geschäfte, deshalb sollte man Getränke besser vorher kaufen. Diese können dann durch die Kontrolle in die Wartebereiche mitgenommen werden.

Mein schönster Flug

Der dann folgende 2-stündige Weiterflug von Addis nach Arusha ist unglaublich! Bei klarstem Wetter durchqueren wir südwärts den Kontinent und fliegen über ein Mars-ähnliche Kraterlandschaft in allen erdenklichen Rottönen. Am besten sieht man von den Sitzen auf der rechten Seite in Flugrichtung: Hier lohnt eine Platzreservierung und auch die Kosten dafür. Ich bin recht erschöpft nach der langen Anreise und möchte eigentlich ein wenig die Augen schließen. Dann aber ist jede Müdigkeit vergessen, und ich verpasse nicht eine Sekunde dieses Fluges!  

Los geht`s

In Arusha erwarten uns 35 Grad und unsere Reiseleiterin Sonja. Sie pendelt seit 25 Jahren zwischen dem westlichen und südlichen Afrika mit Homebase Hamburg. Sonja ist eine absolute Expertin für Namibia, Botswana, Südafrika und Tansania und hier hat sie selbst viele Jahre gelebt. Ihre Liebe zu Afrika, ihr Fachwissen und Respekt vor Mensch und Natur wird uns in den folgenden Tagen immer wieder beeindrucken.

Unsere Transportmittel sind ab jetzt 3 große Toyota Landcruiser mit aufstellbarem Sightseeing-Dach und 6 Sitzplätzen hinter der Fahrerkabine. Jeder hat seinen Fensterplatz.

Serengeti

Wir verlassen recht schnell die Teerstraßen und damit auch die leidigen Polizeikontrollen, mit denen der Staat seine Bürger und Besucher ärgert. Quer durch Massai-Weideland geht es auf Schotterpisten in den Serengeti Nationalpark, wo wir bald auf das Grabmal von Prof. Grzimek („Serengeti darf nicht sterben“) und seinem Sohn Michael stoßen. Sonja erklärt dort sehr würdevoll, was die beiden für die Serengeti und die Tierwelt Afrikas geleistet haben. Noch heute hat die Zoologische Gesellschaft Frankfurt ein großes Zentrum in Tansania, das auf seine Arbeit zurückgeht. Viele von uns erinnern sich lebhaft an seine liebevollen Fernsehauftritte mit Affen oder Geparden. 

Die Einreise in die Parks an den Gates geht schnell, da alles bestens vorbereitet ist. Wir erkennen bald, dass Studiosus nicht nur die besten Reiseleiter, sondern auch die besten Fahrer aussucht: Die Fahrkünste unserer drei Driver Mustafa, Godlove und Esron sind bemerkenswert, und sie kennen sich sehr gut mit Flora und Fauna aus. Teilweise auch mit passablen Deutschkenntnissen, denn sie lernen alle fleißig Fremdsprachen. Per Funk stehen sie untereinander auch mit anderen Fahrern in ständiger Verbindung, um uns schnell besondere Tiere zeigen zu können.

Der Reiseleiter - oder bei uns Sonja - wechselt täglich den Wagen als Beifahrer, so dass jeder die selben Erklärungen bekommt und Fragen stellen kann. Regelmäßig werden Rastplätze angefahren, immer mit WC. Unser Picknick für mittags nehmen wir morgens aus der Übernachtungslodge mit. Für gekühlte Wasserflaschen im Wagen wird stets gesorgt. Auf allen Rastplätzen gibt es WIFI! Bereits am ersten Tag sehen wir Löwen, viele Gnu- und Antilopenherden, Zebras und Giraffen.

Meine Afrika-Gänsehaut

Unser erstes Zeltcamp der Reise ist sehr besonders: Das RONJO Camp scheint einfach, aber von der Lage und dem Feeling her bleibt es unser Favorit. Nach einem Abendessen am Lagerfeuer schlafen wir zu zweit in Zelten. Sie sind ausgestattet mit einem Waschtisch, Dusche und einfacher Toilette. Allerdings ohne Strom oder feste Wände: Und das mitten in der Wildnis! Wir sind sehr aufgeregt. Zum Glück stehen unsere Zelte dicht zusammen und wir werden nachts von Massai-Kriegern bewacht. Nach Einbruch der Dunkelheit dürfen wir keinen Schritt mehr alleine gehen. Und dann heulen die Hyänen und brüllen die Löwen unter dem endlosen Sternenhimmel… Da ist sie: Meine Afrika Gänsehaut! 

Wecker auf afrikanisch

Im Morgengrauen weckt mich ein dumpfes Grollen, mal ab- mal zunehmend. In etwa 150 Metern vor unseren Zelten wabert eine riesige Staubwolke im diffusen Morgenlicht: Tausende, wenn nicht Abertausende, Gnus und auch Zebras rennen donnernd am Camp vorbei. In Begleitung von unseren Camp-Massais dürfen wir etwas näher ran, um dieses Spektakel beobachten und filmen zu können. Nie habe ich etwas Beeindruckenderes in Afrika gesehen.


Tiere

In der Zwischenzeit wird, wie jeden Morgen in jedem Camp, Kaffee und Tee vor die Zelte serviert. So kann der Tag stilvoll und entspannt beginnen. Wir wollen gar nicht weg, aber der kommende Tag lockt! Am „Hippo-Pool“ baden Hunderte Flusspferde und riesige Krokodile. Wir haben heute auch einen Pool, sogar Infinity, nämlich im komfortablen Grumeti Hills Camp. Selbst Strom gibt es!

Nach dem Abendessen starten wir zu einer Nacht-Safari. Hyänen, Füchse und Schakale befinden sich jetzt auf der Jagd.  Morgens machen wir gleich weiter und begeben uns auf Spurensuche: Gute zwei Stunden lang entdecken wir mit einem bewaffneten Ranger Spuren, Termitenhügel und Knochen. 

Hungrig genießen wir dann unser Picknick-Frühstück am Flussufer. Hier wird alles mit perfekter Safari-Kulisse für uns aufgebaut. Auf dem Weg zu dem von deutschen Kolonialisten angelegten Fort Ikoma sehen wir Elefanten und Büffelherden. In dieser „Live-Kulisse“ des halb verfallenen Forts erklärt uns Sonja die Geschichte „Deutsch Ostafrikas“, welches die Deutschen um 1860 vereinnahmten. Es beschämt zu hören, wie Afrika damals unter den Europäern verteilt wurde und welche Spuren Missionare und Kolonialisten hinterlassen haben. Auch der Sklavenhandel ist ein erschütterndes Thema. Betroffen verlassen wir diesen Ort .

Besser nicht zu nah kommen
Hippopool
Gerangel unter Halbstarken
perfekte Tarnung
Grumeti Hills Camp
Mittagsschlaf

Bei den Massais

Schon seit Tagen fallen uns die oft traditionell gekleideten Massai-Männer mit ihren großen Rinderherden auf. Heute sehen wir ein Massai-Dorf. Studiosus besucht regelmäßig unangekündigt verschiedene Stämme gegen ein Entgeld. Die Höhe richtet sich nach dem aktuellen Bedarf des Stammes, z.B. für Wasser, Strom oder Schulwesen. Die Massais haben sich entschlossen, sich den Touristen und der modernen Welt zu öffnen. Trotzdem leben sie in ihren Traditionen. Alle Kinder gehen zur Schule und lernen etwas Englisch. Männer und Frauen dürfen den Lebenspartner frei wählen, allerdings darf jeder Mann bis zu fünf Frauen heiraten (nicht umgekehrt). Das Kapital der Massai sind ihre Rinderherden, mit denen sie handeln. Die Tiere dienen jedoch nicht ihrer Grundnahrung. Diese besteht aus frisch abgezapftem Tierblut, Milch und Fleisch von Schafen und Ziegen. Vegetarisch ist hier eher ein Fremdwort.

Die Männer messen sich im "Hochsprung aus dem Stand" gegenseitig. Erstaunlich, was Sprunggelenke so schaffen! Die einfachen, aus Dung und Stroh geflochtenen Wohnhütten, sind dunkel, niedrig und riechen stark nach Vieh. Es gibt zwei Schlafstellen, jeweils für Kinder und Eltern.  

Am Krater

Auf 1.700 Metern Höhe liegt der Ngorongoro Krater am Rande der Serengeti. Der Durchmesser von 17-21 Kilometern ist gewaltig und die Massai nutzen das fruchtbare Gebiet als Weidefläche. Die BIG Five, und selbst das weiße Spitzmaulnashorn, sind hier vertreten. Von ihnen gibt es nur noch 10 - 15 Exemplare. Hier finden wir die größte Raubtierdichte Afrikas. Durch das kurze Savannengras sind die Tiere gut zu sehen. Im Krater liegt der Salzsee Lake Magadi, umschwirrt von unzähligen rosa Flamingos: Was für ein Anblick! 

Projekte

Wir besuchen eines der Projekte der „Studiosus Foundation e.V.“, die weltweit an der Verbesserung der Lebensverhältnisse in Entwicklungsländern arbeiten. Im RHOTIA Healthcenter in Karatu werden uns stolz Neuanschaffungen wie Ultraschall und Röntgengeräte gezeigt. Mit 40 Betten ausgestattet, einer Ambulanz und Bereiche für werdende Mütter, können AIDS, Malaria, Lungenentzündungen oder Krebspatienten behandelt werden. Alles aufgebaut von zwei katholischen Schweizer Ordensschwestern, die mittlerweile verstorben sind. Deren würdige Nachfolgerinnen und engagierte Ärzte sind ständig vor Ort und kümmern sich rührend um die dankbaren Patienten. Spenden verschiedenster Organisationen helfen hier direkt und unbürokratisch. Wir sind sehr beeindruckt .

Der Tarangire Nationalpark ist weniger bekannt: Für mich ist es aber einer der schönsten Parks. Abwechslungsreiche Vegetation und große Elefantenherden, sowie viele andere Parkbewohner begleiten immer wieder unseren Weg. Doch nun naht auch schon der Abschiedsabend. In dem wunderbaren Maweningacamp sind alle Zelthütten auf Pfählen errichtet, und auf den idyllischen Holzterrassen genießen wir unseren letzten Afrika-Sonnenuntergang.

Ordensschwester in Rhotia
Ich komme wieder!
Ausblick Maweninga
Maweninga Zelthütte
Rhotia Krankenstation
Ich bin schlichtweg überwältigt zurückgekommen: Niemals zuvor habe ich Tiere und Herden in solcher Anzahl erleben dürfen!
Ihre Corinna Kasten, FAHRENKROG Alter Markt Kiel, Tel. und WhatsApp 0431 6640131, cka@fahrenkrog.de

Sie haben Fragen zu Afrika? Schreiben Sie mir: Gerne plane ich mit Ihnen Ihre Afrika-Gänsehaut! 

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Bildnachweise:©Corinna Kasten und pixabay