Die Lage der Reisebüros 

von Philipp Fahrenkrog

Liebe Kundinnen, liebe Kunden,

heute möchte ich mich direkt an Sie wenden, und einen ehrlichen Blick auf die aktuelle Lage der Reisebüros werfen:

Wie Sie den Medien entnommen haben, demonstrieren Reisebüros zurzeit in allen deutschen Städten und fordern einen sofortigen Schutzschirm der Bundesregierung.
Auch wir sind dabei.
Damit möchten wir auf die Branche aufmerksam machen, die momentan am Stärksten betroffen ist: Die Touristik.

Allerdings scheint der Staat bei diesem Wort ausschließlich an Lufthansa, TUI oder Condor zu denken und unterstützt dort großzügig. Die 11.000 Reisebüros in Deutschland werden schlichtweg vergessen.

Reisebüros waren als erstes von der Corona-Krise betroffen, und sie werden auch die letzten sein, für die sich die Welt wieder normal dreht. Nach der Schließung aller Büros im März sanken zwar die Einnahmen auf Null, nicht aber der Arbeitsaufwand: Denn nun mussten nahezu ALLE Reisen storniert und rückabgewickelt werden. Das ist meist noch aufwendiger als die eigentliche Buchung. Geld wird aber nur dann verdient, wenn der Gast auch reisen kann: Keine Reise, kein Verdienst. Und während viele andere Branchen nach und nach aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen dürfen, gibt es für Reisebüros aktuell noch keine Perspektive.

Mit Herzblut und Leidenschaft

Aber auch jetzt: Wir informieren und beraten, wir trösten und beruhigen aufgeregte Gemüter, die wir nur zu gut verstehen können: Mit Herzblut und Leidenschaft haben wir jede einzelne Reise mit Ihnen zusammen gebucht: Die Hochzeitsreise auf die Malediven, die Familie nach Fuerteventura oder den Abi-Jahrgang nach Mallorca. Die Kreuzfahrt zum runden Geburtstag, das Ferienhaus mit den Großeltern oder das Luxus-Hotel zum Hochzeitstag. Mit Herzschmerz stornieren wir nun die Reisen und sprechen oft lange mit den betroffenen Gästen. Ehrlich: Uns ist da auch zum Heulen zumute. Wir kennen schließlich jeden persönlich!

Doch nun geht es nicht mehr nur darum, meinen Kunden zu erklären, dass ein Urlaub ausfällt. Als Unternehmer mit 75 Mitarbeitern und 8 Standorten im Norden habe ich auch eine große soziale Verantwortung.
Stellen Sie sich vor, ich müsste Mitarbeiter entlassen oder Reisebüros schließen. Es wären bloß Zahlen in irgendeiner Statistik, dabei stecken 75 Schicksale und Familien dahinter, für die ich als Inhaber eine große Mitverantwortung trage.

Deshalb demonstrieren wir auch weiterhin für einen Schutzschirm:
Retten wir zusammen die Reisebüros!

Ich möchte Sie alle bitten, auch zukünftig uns stationäre Reisebüros mit Ihren Reisebuchungen zu unterstützen:
Verzichten Sie, wann immer es geht, auf Online-Reisebüros. Unterstützen Sie unser Engagement, und buchen Sie Ihre Reisen auch zukünftig bei FAHRENKROG!

Eine Welt ohne Begegnungen ist unvorstellbar. Vieles wird sich verändern - aber die Reiselust und das Fernweh werden bleiben. Vielleicht lernen wir so wieder einst alltägliche Dinge mehr zu schätzen? Wir freuen uns auf ein "danach": Auf neue Ideen und neue Möglichkeiten. Wir sind für Sie da!

Ihr Philipp Fahrenkrog und die komplette FAHRENKROG-Belegschaft

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