Flusskreuzfahrt mit Kindern? 

Geht das? Ein Reisetest von Yasmin Niegel

Ehrlich gesagt, weiß ich rückblickend gar nicht mehr, warum wir uns für eine Flusskreuzfahrt entschieden haben. Vielleicht weil die Anreise nach Köln überschaubar ist? Oder wir 2018 diesen unglaublichen Sommer haben, der auch im Herbst nicht enden will? Meine Kinder sind 11 und 12 Jahre alt - nicht mehr ganz so klein. In diesem Alter ist WLAN wichtiger als der Disney-Channel. Der WhatsApp-Status der Mitschüler wichtiger als eine Stadtbesichtigung mit Mutti. Wir machen es trotzdem! Mit A-ROSA.

Die Loreley in Amsterdam

Wochenlang rede ich meinen beiden Großen diese Reise schmackhaft: Den Rhein runter bis Basel. Unterwegs Strasbourg, Koblenz und natürlich die Loreley. Ich erzähle vom Rheingold und Siegfried mit dem Drachen. Vulkane in der Eifel. Wir sind ganz aufgeregt, als wir in Köln das Schiff besteigen. Eher beiläufig drückt mir eine Dame vom Service einen Zettel in die Hand: "Aufgrund von Niedrigwasser kann der Rhein nicht wie geplant in südliche Richtung befahren werden. Die Reise führt nun nach Holland und Belgien." Betretenes Schweigen auf dem Sonnendeck. Kein Schatz und kein Drachen. Was nun? Sollen wir etwa wieder abreisen? Dann fragt meine Tochter nach dem WLAN-Code und wir räumen schulterzuckend unsere Kabinen ein.  

Eigene Kabine für die Kinder

Stellen Sie sich vor: Die Kinder zahlen bei A-ROSA nichts bis zum Alter von einschließlich 15 Jahren, haben aber trotzdem eine eigene Kabine! Prima, oder? Unsere Kabinen liegen direkt nebeneinander (unbedingt bei Buchung angeben!), sind geräumig und haben einen französischen Balkon. Somit haben wir auch zwei Bäder, was ein wirklicher Mehrwert ist! Fragen Sie uns gerne nach dieser Möglichkeit! Und falls Sie doch lieber alle in einer Kabine wohnen möchten: Auch das geht in den Familienkabinen auf der A-ROSA Flora: Bis zu 5 Personen finden hier Platz. 

Meine Kinder gehen nicht in den Mini-Club

Haben sie auch früher nicht gemacht, als sie noch klein waren. Wir haben es mit Robinson, Calimera und Aldiana versucht - keine Chance. Geheule, Eltern mit schlechtem Gewissen - schon lange aufgegeben das Thema. Insofern schenke ich dem kleinen Hinweis am schwarzen Brett kaum Aufmerksamkeit: "Unsere Kids-und Teensbetreuerin Judith freut sich auf Euch! Kommt Doch heute um 18 Uhr mal in die Lobby." Wir kommen natürlich nicht. Es sind auch nicht so viele Kinder an Bord. Trotz Ferien und Feiertag nicht mehr als 15. Aber immerhin. Auch sonst sind die Gäste altersmäßig durchmischt. Ich hätte mit einem deutlich älteren Klientel gerechnet. 

So ein Flusskreuzfahrer ist ja recht übersichtlich: 135 m lang, 3 Decks, maximal 200 Passagiere. Spätestens am zweiten Tag hat man jeden davon schon mal gesehen. Kids- und Teensbetreuerin Judith hat uns natürlich auch gesehen und spricht am nächsten Tag kurz mit den Kindern. So im Vorbeigehen am Buffet. Und irgendwas ist diesmal anders. Die nächsten Tage finde ich die beiden vormittags im Pizza-Backkurs oder hinter der Bar beim Kinder-Cocktail-Lehrgang (mit Zertifikat). Beim Taschen-Basteln oder Werwolf-Spielen an Deck. Mit der Wii-Konsole in der Lobby, an dem Bildschirm, der sonst die Landausflüge präsentiert. Es gibt keinen abgeschotteten Kinder-Bereich. Sie sind immer mittendrin und gerade das macht es so charmant. 

Ausflüge? 

Der Vorteil an so einer Kreuzfahrt ist, dass man meist direkt in der Stadt parkt. In Amsterdam liegen wir direkt am Bahnhof, in Lelystad am Designer-Outlet und in Rotterdam vor der Erasmusbrücke. Wir buchen keine Ausflüge an Bord, sondern gehen selbst in die Stadt. Wann und wie lange wir wollen. In Amsterdam schauen wir uns "Ripley`s Believe It or Not"  Kuriositäten-Museum und den Dungeon an. In Rotterdam wird es eine Hafenrundfahrt. Alles recht spontan, da wir uns auf diese Route überhaupt nicht vorbereitet haben. Nun stellen wir fest, dass auch dieser Überraschungstrip seinen Reiz hat: Nie zuvor haben wir von "Gent" gehört. Jetzt schlendern wir durch diese bezaubernde Altstadt und können alles ganz entspannt genießen. Es muss kein Programm abgearbeitet werden. 

Essen

Es gibt nur ein großes Buffet-Restaurant mit drei bis vier Hauptspeisen zur Auswahl. Reicht und ist lecker. Kein Vergleich zu dem Überfluss auf einer Hochseekreuzfahrt. Mag ich natürlich auch, aber meist war mein Essen dort schon kalt, wenn ich mich durch die endlosen Futter-Gänge bis zu meinem Platz gekämpft habe. Außerdem finden wir bei A-ROSA zu viert immer einen freien Tisch. Das war gerade bei AIDA oft ein Problem. Durch das Premium Alles Inklusive Konzept sind auch alle Getränke frei. Das macht das Bordleben sehr einfach - auch weil die Kellner ab dem zweiten Tag jeden Gast kennen und schon gleich fast ungefragt unsere Lieblingsgetränke auf den Tisch stellen. Trinkgelder sind bei A-ROSA übrigens im Reisepreis eingeschlossen. 

Und sonst so?

Ich darf mit meinen Kindern sogar in den Wellness-Bereich. Das ist eher ungewöhnlich und meist erst ab 16 Jahren zulässig. Natürlich wollen die Kids nur im Whirl-Pool planschen, dort haben wir eine Menge Spaß zusammen. Wir messen uns täglich auf dem Sonnendeck beim Shuffleboard oder Mini-Golf und spielen fast jeden Abend ein Gesellschaftsspiel. Ja - es ist übersichtlich, aber wie viel "Input" oder Animation braucht man? Für uns reicht es komplett aus. Und vielleicht versuchen wir es im nächsten Jahr noch einmal mit der Loreley - und dem Drachen.
Wir haben viel zusammen gemacht und hatten getreu dem A-ROSA Motto: Eine wirklich schöne Zeit!
Sie haben Fragen zu Reisen mit Kindern? Ich freue mich auf Sie! Ihre Yasmin Niegel 0431 66401 37 yni@fahrenkrog.de
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Bildnachweise: ©A-ROSA, pixabay, Yasmin Niegel