Cowboys, Casinos und Canyons

USA Westküste in 6 Tagen! Geht das?

von Susann Thiele 

Ja, das geht! Wenn auch mit wenig Schlaf und vielen Bus- und Flugstunden. So wie jetzt: Ich habe das „Glück“ im Flugzeug in der Mitte der Mitte zu sitzen, aber die Zeit vergeht schnell. In Washington angekommen brauche ich knapp 1 Stunde um für die Einreise anzustehen, die dann aber zügig von statten geht. Innerhalb von 3 Minuten bin ich durch und hole meinen Koffer vom Band, um ihn 20 m weiter wieder abzugeben. Alles schnell und reibungslos.

Weiter geht es von Washington nach Las Vegas. Mittlerweile bin ich etwas k.o., habe aber noch knapp 5 Stunden vor mir. Diese Zwischenflüge sind selbst für mich mit meinen 1,56 m sehr eng und ungemütlich. Die Bestuhlung der kleineren UA Maschinen, nicht nur Beinfreiheit, auch Breite der Sitze, ist gerade im Hinblick auf die häufig nicht sehr schmalen Amerikaner, unangenehm. Hier besser gleich Economy Plus Sitze buchen. Diese Kosten zwar etwas mehr, der Sitzkomfort ist aber deutlich angenehmer. 

Glitzermetropole Las Vegas

Juhuu! Nach rund 18 Stunden Reisezeit lande ich in Las Vegas. Der Anflug ist ein absolutes Highlight: Die aus Film und Fernsehen bekannten Hotels fast zum Anfassen, als der Pilot eine große Kurve ganz nah über den Strip fliegt. Genauso habe ich mir diese Stadt vorgestellt! 

Am nächsten Morgen besichtige ich einige der bekannten Hotels wie das Bellagio, das Ceasar´s und das Venetian. Die Meter, die ich mache um durch die Casinos zu kommen, stellen mein Ziel von 10.000 Schritten am Tag ganz schnell in den Schatten. Und bei so manchem Spieler frage ich mich, ob er immer noch - oder schon wieder vor den Automaten sitzt!

Herzklopfen

Nach Laughlin, der Route 66 und dem (noch nie gehörten) Walnut-Canyon, geht es endlich zum Grand Canyon. Ein Helikopterflug steht auf dem Programm. Ich bin wenig begeistert! Aber alle sagen mir, ich müsse es unbedingt mitmachen. Also mitgehangen, mitgefangen. Es läuft „Everything´s gonna be alright“ von Bob Marley auf meinen Kopfhörern und der Pilot fragt mich: „Is it your first helicopter flight?“  Ich nicke ängstlich. Er sagt trocken: „Mine too!“ Fantastisch…

Nach 5  Minuten Angstzustand bin ich allerdings so beeindruckt, dass ich alles andere vergesse und nur noch den Ausblick genieße. Und das, was ich sehe, ist nur ein kleiner Ausschnitt dieses riesigen Naturwunders.

Zu Fuß im Canyon

Am Nachmittag besichtige ich den Canyon noch per pedes. Ein Bus hält an verschiedenen Aussichtspunkten und man kann nach Lust und Laune bleiben, die Aussicht genießen. Ich wundere mich nicht, dass hier schon einige Menschen in den Abgrund gestürzt sind, gewollt oder ungewollt – Absperrungen findet man selten. Vor mir stehen 2 verrückte Franzosen, die für das perfekte Selfie immer weitere Schritte zurück gehen. Das fehlt mir noch. Ich bleibe dann lieber auf meinem Aussichtsbaum…

Lichtspiele

Am nächsten Morgen geht es Richtung Page und zum Lake Powell, dem zweitgrößten Stausee der USA mit fast 300 km Länge! Mittagessen gibt es heute auf einem Boot, welches über einen Teil des Sees fährt. Von hier habe ich einen großartigen Blick auf das türkise Wasser und den fast weißen Sandstein. Auf dem Weg zum Bryce Canyon halte ich in Kanab, einer von Mormonen gegründeten Siedlung, die aufgrund der perfekten Lage zwischen Bryce und Grand Canyon, sowie dem Zion Nationalpark von vielen Touristen besucht wird. Hier scheint die Zeit noch stehengeblieben. Doch ich muss schnell weiter, denn ich möchte unbedingt den Sonnenuntergang am Bryce Canyon sehen. Und das ist Gänsehaut pur!

Nach dem Sonnenuntergang kommt der Sonnenaufgang. Auch diesen will ich nicht verpassen, so dass ich mich am nächsten Morgen um 5 Uhr aus dem Bett quäle. Es sind minus 4 Grad und im Stockfinsteren geht es nach einem schnellen Frühstück noch einmal in den Bryce Canyon. Ich werde für das frühe Aufstehen belohnt: Die Atmosphäre ist wunderschön und die vielen anderen Touristen denke ich mir einfach weg. Jeder findet hier ein Plätzchen zum Staunen und Fotografieren. 

Zum Aufwärmen geht’s in den Bus und durch den Zion Nationalpark zurück nach Vegas. In diesem Park schlängeln sich kleine Straßen durch hohe Klippen, an kleinen Flüssen vorbei. Hier hätte auch Jurrassic Park gedreht werden können. Aber ich sehe nur Maultierhirsche.

Zurück in Vegas

Noch einmal kurz die Stille genießen dann bin ich wieder in der Glitzermetropole. Den letzten Abend verbringe ich im MGM beim Cirque du Soleil. Dass diese gigantischen Theater in Hotels Platz finden ist mir ein Rätsel, so riesig ist es hier. Besonders das Bühnenbild beeindruckt. 

Nach einem letzten Frühstück – der Kellner fragt wieder mehrfach verwundert nach, ob ich wirklich „nur“ Rührei ohne Speck, Würstchen, Kartoffelpuffer, Käse und tausend andere Dinge möchte – geht es zum Flughafen und über Houston nach Frankfurt. Ab Frankfurt brauchte es dank der Bahn aber noch die Länge eines Langstreckenfluges um mich nach Kiel zu bringen…

Mein Fazit

Die Nationalparks sind definitiv sehenswert. Besonders der Grand Canyon mit dem Helikopter (wer hätte das gedacht…). Mein neuer Favorit ist der Bryce Canyon. Dieser sollte immer eingeplant werden. Las Vegas überfordert aufgrund der Lautstärke und optischen Reize schnell. Ich habe es gesehen, muss aber nicht zwingend noch einmal hin. Ich hätte gerne noch den Antilope Canyon gesehen, aber leider blieb keine Zeit.

Nach 30 Stunden Reisezeit, aber voll mit neuen Eindrücken und tollen Erlebnissen bin ich wieder da. Kiel ist ein Dorf, aber auch das kann sehr angenehm sein.
Susann Thiele, Reisebüro FAHRENKROG, Alter Markt Kiel, 0431 66401 35, sth@fahrenkrog.de

Sie haben Interesse an einer USA Reise? Schreiben Sie mir!

Um das Formular abzusenden, müssen Sie unseren AGB und Datenschutzrichtlinien zustimmen:

Bildnachweise: ©Susann Thiele