Zarengold: Von Peking bis zum Baikalsee

Gummistiefel-Shoppingtour und die transsibirische Eisenbahn mit LERNIDEE

von Magdalena Pogoda

Peking. Nach einem angenehmen 9 stündigen Lufthansa Flug von Frankfurt kommt unsere kleine Reisegruppe gut gelaunt in China an. Alles läuft reibungslos: Pässe, Fingerabdrücke, Koffer. Das Reiseleiterteam von LERNIDEE erwartet uns bereits und ist bestens vorbereitet: Wir müssen nicht einmal  selbst im Hotel einchecken. Wie bequem! Ein kurzer Snack (natürlich Nudeln) und los geht's in die Metropole.

Peking, 38°C und der grüne Pandaschirm

Puh, ist das warm hier im Juli. Kleiner Tipp an dieser Stelle: Unbedingt einen Schirm als Schattenspender mitnehmen. So schön die riesigen Plätze in Peking sind, so heiß können sie auch werden. Wir besichtigen den Himmelstempel und den Platz des Himmlische Friedens. Unsere liebe Reiseleiterin Mrs. Wang hat ihren kleinen Panda Schirm immer dabei. Später hat sie ihn mir bei Abreise geschenkt, weil ich mich so in diesen witzigen, aber auch auffälligen Schirm verliebt habe.

Auf der chinesischen Mauer
Mein grüner Schirm auf der Mauer
In Peking
Sonne in Peking
Soldat an der Mauer

Ab auf die Mauer

Etwa eine Stunde dauert die Fahrt von Peking zum "Achten Weltwunder". Gutes Schuhwerk ist hier ein absolutes Muss, auch wenn uns einige Flip-Flop Träger entgegenstolpern. Unsere Gruppe hat knapp zwei Stunden Zeit für den Auf- und Abstieg. Einige können doch den sportlichen Kraftakt in den Beinen deutlich spüren. Genug Hunger haben wir jetzt für die Peking Ente: 

Peking Ente

Eine Offenbarung für Fleischliebhaber:  Die Zubereitung des saftigen Vogels ist aufwendig und wird streng nach den alten Rezepten der Ming-Dynastie durchgeführt. Besonderen Wert wird auf die knusprige Haut gelegt, die unter anderem mit Honig eingestrichen wird. Rot glänzend wird die Ente nun dem Gast serviert oder am Tisch tranchiert. Von den Resten wird, wie in China üblich, währenddessen  eine Suppe als Nachtisch gekocht. Spannend und köstlich! Aber auch für Vegetarier gab es reichlich Gemüse und andere fleischfreie Köstlichkeiten.

Sonderzug in die Mongolei - Zwischenübernachtung

Meinen Koffer gebe ich heute in der Lobby ab. Ich erhalte diesen erst wieder im Zarengoldzug, deshalb habe ich alle wichtigen Sachen für die eine Übernachtungsfahrt in eine kleine Reisetasche gepackt. Der Bahnhof von Peking gleicht eher einem gut gesicherten Flughafen. Man wartet vor den Gates und darf das Gleis erst betreten, wenn der gebuchte Zug einfährt. Mein Abteil ist einfach, aber sauber. Jeder Gast erhält Wasser, Desinfektionsmittel, ein Paket Kekse und Papiertücher.

Wichtig: Nur eine Toilette pro Wagen und eine Waschmöglichkeit zwischen den Waggons. Gegen Aufpreis gibt es auch Abteile mit eigenem Bad. 

Diese Fahrt durch die Nacht empfinde ich als sehr angenehmen und ruhig. Ich schlafe wie ein Baby. Kleiner Tipp: Einen Pulli für die Nacht einpacken, da das Abteil doch recht gut klimatisiert ist und es frisch wird. Der nächste Morgen: Ich wache auf und die Wüste Gobi begrüßt mich. Zum Frühstück Spiegeleier und Toast - dann nähern wir uns auch schon der Grenzstadt Erlian. Hier steigen wir in den Zarengoldzug um. 

Zarengold - der Sonderzug

Unser Reiseleiter Anatoli wird uns ab jetzt begleiten. Er wird uns Land und Leute vorstellen und uns nebenbei beibringen, wie man korrekt Wodka trinkt.  Es gibt insgesamt 4 Restaurants im Zug und wir treffen uns um 20 Uhr zu einem super leckeren Essen. Wir wohnen im Wagen 14 in der Kategorie II Standard Classic. Jeder von uns hat ein eigenes Abteil, was wirklicher Luxus ist. Der Abend wird toll und später schaukelt mich der Zug sanft in den Schlaf. 

Im weiteren Verlauf der Reise ziehen wir übrigens in die Kategorie Bolschoi Platinum um - quasi First Class. Das untere Bett misst alleine 120 x 184 cm. Bademantel und Slipper stehen zur Verfügung und natürlich habe ich ein eigenes Bad. Der Service in dieser Kategorie ist unschlagbar!

Zarengold

Als Zarengold wird der im Russischen Bürgerkrieg verschollene Staatsschatz Russlands bezeichnet. Seit 1987 hat LERNIDEE den Sonderzug Zarengold auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn unter Vertrag. Die Abteile werden von LERNIDEE in alle Länder verkauft. Besonders reiselustig sind neben den Deutschen auch die Amerikaner, Franzosen, Brasilianer und Australier. Die 16-tägige Erlebnis-Reise beginnt inklusive der Flüge ab Deutschland bei 4.230 € p.P.

Die schrecklichste Stadt der Welt und eine Nacht in der Jurte

Für alle, die es noch nicht wussten, Ulaan Baator ist die kälteste Hauptstadt der Welt (eine Jahresdurchschnittstemperatur von -2 Grad!!!) und es ist auch die dünnbesiedeltste Stadt der Welt. Zudem ist sie wirklich hässlich: Grau, schmuddelig und chaotisch.

Dennoch bleibt mir dieser Tag lange in Erinnerung, denn es regnet sooo extrem, dass wir völlig durchnässt versuchen zumindest unsere Füße trocken zu halten. So legen wir außerplanmäßig eine ShoppingTour nach Gummistiefeln ein.

Meine eigene Jurte
Frühstück in der Jurte
In meinen neuen Gummistiefeln durch die Mongolei
Wir testen "Kumys" aus Stutenmilch
In der Jurte
Kleiner Junge im Jurtencamp

Auch im Jurten-Camp bekommen wir sofort unsere Schlüssel vom Reiseleiter zugeteilt und können zügig unsere Jurte beziehen: Einfach nur schön! In toller Sonnenuntergangsatmosphäre genießen wir diesen wunderschönen Abend und lassen uns beim Abendessen von den einheimischen Köstlichkeiten verwöhnen. Hier treffen wir auf einige Passagiere des Zuges und lassen den Abend mit netten Menschen ausklingen. Wie ich in der Jurte geschlafen habe? Herrlich! Absolute Ruhe unter sternenklarem Himmel.

Am nächsten Morgen werden wir durch das traumhafte Wetter geweckt, stärken uns mit einem leckeren Frühstück und starten unsere Wanderung durch die Mongolische Schweiz zu einem Nomadendorf. Dort dürfen wir bestaunen, wie Stuten gemolken werden. Das Endprodukt „Kumys“ ist die bei Nomadenvölkern beliebte Bier-Alternative und schmeckt ein bisschen wie Kefir.

Sibirien - eine besondere Passkontrolle

Über Nacht erreichen wir dann unsere nächste Station, Ulan Ude die Hauptstadt Buratjiens. Hier erleben wir im Zug eine besondere Art der Grenzkontrolle: Zwischen 06:00-07:35 Uhr wird im Abteil der Pass eingesammelt - auch wenn man noch schlafen sollte. Das Abteil muss offen bleiben und man darf es bis zur Rückgabe des Passes nicht verlassen. Nur in der Zeit von 07:15-08:00 Uhr darf jetzt gefrühstückt werden. Danach erfolgt die russische Passkontrolle an der Grenzstation Nauschki. Da ist es auch wieder wichtig sich im Abteil aufzuhalten. Wirklich eine sehr besondere Art der Passkontrolle.

Wir vertreiben uns die Wartezeit bei einer Tee-Zermonie.

Das Ende naht - der letzte Abend

Der letzte Abend im Zug bricht an und man wird schon fast melancholisch, denn wir wissen, dass wir nun Abschied, nicht nur von dem besten Reiseleiter der Welt Anatoli, sondern auch von der gesamten Mannschaft von Schaffnern bis zum Servicepersonal nehmen müssen. So genießen wir die letzte Nacht in diesem wundervollen Sonderzug.

Der Baikalsee und dicke Robben

Als ich am Morgen aufwache sehe ich den Baikalsee: Das größte Süßwasserreservoir der Erde. Wie ein Meer liegt er vor mir, er ist sogar größer als die Ostsee und der Bodensee würde hier 480 x hineinpassen. Leider beträgt die "Badetemperatur" im Sommer nur 8°C.  Mit über 1.600 m ist er der tiefste See der Erde. Neben Barsch, Lachs und Stör tummeln sich auch Robben im See. Diese einzigen Süßwasser-Robben der Welt sehen kleiner und moppeliger aus, als ihre Salzwasser-Verwandten und haben riesige Kulleraugen. Zauberhaft!

Mittags sind wir zu Gast bei einer sibirischen Familie und bummeln später durch Irkutsk. Nun werden die letzten Rubel auf den Kopfe gehauen, denn die Heimreise naht. Und dann ist sie auch schon vorbei - meine Reise mit dem Sonderzug Zarengold. Wie eine Familie ist meine Gruppe in der kurzen Zeit zusammengewachsen. Es ist schwer das zu beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt hat! Diese Reise wird immer positiv in meiner Erinnerung bleiben. Ein großes Lob an LERNIDEE für diese perfekte Organisation!

Wir sind in der kurzen Zeit zu einer Art Familie zusammen gewachsen. Diese Reise wird immer in meiner Erinnerung bleiben.
Ihre Magdalena Pogoda, Reisebüro FAHRENKROG Alter Markt Kiel, 0431 66401 24, mpo@fahrenkrog.de

Habe ich Sie neugierig gemacht? Schreiben Sie mir! 

Um das Formular abzusenden, müssen Sie unseren AGB und Datenschutzrichtlinien zustimmen:

Tipps und Hinweise von A-Z

Adapter: ich hatte keine mit und es waren auch keine notwendig. In China hatten wir im Hotel auch an dem Schreibtisch europäische Steckdosen. Im Zug in unserer Classic Kategorie konnten wir im Gang unsere Handys und Co aufladen. Auch das Föhnen war dann nur im Gang/Flur möglich.

Arzt: Ist an Bord und war auch hin und wieder im Einsatz. Unbedingt eine private Auslandskrankenversicherung abschließen!

Ausweispapiere: Eine Passkopie und ein paar Bilder sollten mitgeführt werden. Bei sämtlichen Ausflügen sollte aus Sicherheitsgründen der Ausweis besser im Abteil verbleiben.

Barservice: Bis Mitternacht wird im Restaurant auch ein Barservice angeboten. Man erhält zu Beginn der Reise einen Getränkepass der zum Ende der Reise in Euro, Dollar oder Rubel bezahlt werden kann. Die Preise sind wirklich sehr human. Der Wein war allerdings nicht so unser Ding, deshalb sind wir fast alle immer auf das lokale Bier und natürlich den Wodka umgestiegen.

Elektrizität: In den Kategorien III, IV und V sind Steckdosen vorhanden. Bei allen anderen Kategorien sind Mehrfachsteckdosen in den Gängen.

Geld: Im Zug wird mit Euro oder Rubel bezahlt. Außerhalb des Zuges wird der Euro nicht akzeptiert. Geld unbedingt vorher in Deutschland tauschen. Kleine Scheine sind wichtig. Auch kleine Scheine in Euro mitnehmen (5€ und 10€). Die Scheine sollten unbeschädigt und nicht eingerissen sein, wird sonst beim Umtauschen nicht akzeptiert. Für die Mongolei bereits Geld tauschen. Ich konnte nur in dem Shop in der mongolischen Schweiz mit Euro zahlen. In China sind oftmals Kartenzahlungen möglich aber in kleinen Souvenirshops wird der Yuan nur akzeptiert. Auch bitte vorher tauschen.  

Gepäck: es wird vom Veranstalter von Hartschalenkoffern abgeraten, da man diese im Abteil nicht gut verstauen kann. Dennoch haben 90% der Passagiere Hartschalenkoffer, welche immer in den Übergängen zu den anderen Waggons gelagert werden. Für die Zwischenübernachtung wie im chinesischen Zug oder im Jurten Camp wird eine kleine Reisetasche oder ein kleiner Handgepäck Trolley empfohlen. Wichtig ist, dass die Kofferanhänger, die mit den Reiseunterlagen mitgeschickt werden keinesfalls verloren gehen.

Handtücher/Bettwäsche: ist alles im Zug und in den Hotels natürlich vorhanden.  Für die Fahrt mit dem chinesischen Zug und im Jurten Camp wird ein kleines Handtuch empfohlen.

Internet: Während der Zugfahrt und im Jurten Camp hat man kein Netz. Erst wieder in den Bahnhöfen oder in den Hotels. In China kann zur Zeit whats app, google oder facebook über die w-lan Netze NICHT aufgerufen werden! Zum Teil funktioniert dieses aber über mobile Daten. 

Kirchen: unbedingt für die orthodoxen Kirchen an eine Kopfbedeckung denken (nur bei Frauen) bei Männern sind keine kurzen Hosen erlaubt.

  • Kleidung:  Die Highheels können gepflegt zu Hause bleiben. Legere bequeme Kleidung ist angesagt. Für den chinesischen Zug und auch für das Jurten Camp auch unbedingt einen warmen Pullover mitnehmen. In den Sommermonaten an die Regenbekleidung denken, das haben wir bei unserer Tour im Juli zu spüren bekommen. 

Klimaanlage:  Diese funktioniert nur, wenn der Zug fährt und das auch erst min. 30 Min. nach Abfahrt. In den hochwertigen Kategorie IV und V kann diese individuell während der Fahrt reguliert werden.

Mahlzeiten: Alle Mahlzeiten inkl. Wasser, Kaffee, Tee und Saft zum Frühstück sind inkludiert. Alles Weitere ist dann bitte in BAR! am Ende der Reise zu begleichen. Vegetarische Mahlzeiten bitte direkt bei Buchung anmelden. Aufgrund des Sitzplatzkapazitätsmangels ist das Essen in zwei Sitzungen manchmal nicht vermeidbar. Wer für welche Sitzung zugeteilt wird, wird im Zug bekannt gegeben. Auf der Hälfte der Reise findet ein Wechsel statt.

Rauchen: Rauchen ist im Zug und an den Bahnhöfen nicht gestattet. Aber es gibt noch ein paar Optionen während der Zugfahrt doch noch Abhilfe zu schaffen. Ich habe hin und wieder beobachtet, dass es einige Ecken gibt wo eine schnelle Zigarette geraucht werden kann. In Peking hingegen ist es eher schwierig!

Route: Meine persönliche Empfehlung ist Peking – Moskau zu buchen: durch die Zeitverschiebung gewinnt man gen Westen immer eine Stunde dazu

Reiseleitung: Lernidee bietet bei den Exclusiv Charter ein 3-Reiseleiter-System an.  

Dabei wird man von einem Chefreiseleiter, einem Gruppenreiseleiter und einem örtlichen Reiseleiter betreut. 

Chefreiseleiter: deutschsprachiger Reiseleiter ist für die Gesamtorganisation und einen perfekten Reiseablauf zuständig.

Gruppenreiseleiter: deutschsprechende Reiseleiter, die sich während der gesamten Reise um die Gruppe (zwischen 8-26 Passagieren) kümmern.

Örtliche Reiseleiter: Lokale Reiseleiter, die vor Ort leben und einem die Kultur näher bringen.

Sicherheit: Wird groß geschrieben und diese Reise gilt als eine der sichersten Reisen der Welt. Bisher sind keinerlei Diebstähle bekannt. Die Schaffner bewachen rund um die Uhr das Abteil. In der Classic Kategorie gibt es im Abteil keinen Safe und ich habe trotzdem alle meine Wertsachen dort hinterlassen und habe den Schaffnern 100%ig vertraut. Die Damen haben einen hervorragenden Job gemacht. In den Kategorie IV und V ist ein Safe vorhanden.

Auf Ausflügen alle Wertsachen lieber im Zug hinterlassen. 

Sprachen: Wie bereits schon erwähnt herrscht ein internationales Publikum. Offizielle Bordsprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Alle Durchsagen erfolgen in diesen drei Sprachen.

Wichtig: das Servicepersonal spricht russisch. Man kann sich zwar gut mit Händen und Füßen verständigen, bei Kommunikationsproblemen den Reiseleiter ansprechen und um Hilfe bitten. 

Trinkgelder:  Empfehlung für

Waggonschaffner 1,50 € pro Tag/Gast

Gesamtes Zugpersonal 2 € pro Tag

Gruppenreiseleiter Moskau bis chinesische Grenze 27 €/ Moskau bis Irkutsk 18 €

Waschgelegenheiten/Toiletten:

Für die Kategorien ohne eigene Dusche und Toilette:

Toiletten können nur benutzt werden, wenn der Zug fährt. Es ist alles sehr sauber: Die Schaffner überprüfen ständig alles auf Sauberkeit und ob Hygieneartikel ausreichend vorhanden sind.

Duschen: Es hängen an den Duschräumen Listen aus, in die man sich am Abend vorher eintragen kann/sollte. Die max. Dauer beträgt 15 min. Alles machbar! Föhnen etc. kann alles außerhalb der Duschräume erledigt werden

Visa: Visabeschaffung für China und Russland läuft über Lernidee (Kosten ca. 220 € für beides) Das Team von Lernidee ist auch beim Ausfüllen behilflich.

Bildnachweise: Magdalena Pogoda, LERNIDEE, pixabay