Regent Seven Seas Explorer

auf dem wohl luxuriösesten All-Inclusive-Schiff der Welt war Jörg Weißgräber

Es ist schon ein stilvolles Willkommen

als ich die großzügige Lobby der Seven Seas Explorer betrete. Mit einer Flasche Champagner und Gläsern in der Hand werde ich durch den Cruise Director persönlich willkommen geheißen. Die Spannung steigt – wird das Schiff seinen eigenen Ansprüchen gerecht?

Der erste Eindruck: Imposant

Ich betrete ein Kreuzfahrtschiff, das von seinen Ausmaßen (224 m lang) anderen Reedereien Platz für 1.500 - 2.000 Passagiere oder mehr bietet. Hier an Bord sind es aber nur etwas über 700 Gäste, die nach allen Regeln der Hotelleriekunst verwöhnt werden (wollen). Eine Woche werde ich auf diesem Schiff durch das Mittelmeer kreuzen und kann es kaum erwarten!

Getauft wurde dieses schöne Schiff übrigens 2016 von Prinzessin Charlene von Monaco in Monte Carlo, während Startenor Andrea Bocelli an Deck die Taufhymne sang - stilvoll seit dem ersten Moment.

Betritt man die eigene Suite - es gibt ausschließlich Suiten mit Balkon an Bord - dann versteht man auch, warum sich die Gäste bei der Reederei Regent gut aufgehoben fühlen. Badezimmer, Ankleideraum, Balkon, Schlaf- und Wohnbereich sind auffallend großzügig gestaltet. 

Die in überwiegend dunkleren Tönen gehaltenen Suiten versprühen ein typisch amerikanisches Flair. Die Veranda ist mit sehr bequemen Korbsesseln ausgestattet. Von ausgesucht guter Qualität sind die Betten und ermöglichen einen perfekten Schlafkomfort. Es klingt schon etwas verrückt, wenn man weiß, dass das Bett in der Regent Suite, dem mit 412 m² größtem Domizil an Bord, allein schon USD 150.000 gekostet hat. Da fällt der original Picasso an der Wand gar nicht mehr so aus dem Rahmen!

Mit zwei Waschbecken sowie Dusche und Badewanne ist das Badezimmer ausgestattet. Da lässt sich der Tag gut anfangen! Im begehbaren Kleiderschrank haben auch zwei Personen Platz. Alles ist durchdacht.

So viel Platz!

Auf dem Pool Deck stehen reichlich Liegestühle und Liege-Inseln zur Verfügung. Dank der schönen Balkone ist es auch nie überfüllt oder auch nur annähernd voll an Deck. Kissen und Badelaken liegen bereit und können auch beim Personal ergänzend angefordert werden – genauso wie der kühle Drink unter strahlender Sonne. Ein schöner Pool mit zwei Whirlpools sorgt für weitere Erfrischungsoptionen.

Die Reederei Regent verfolgt das All Inclusive Konzept – besser als alle anderen Marktteilnehmer, wie ich finde. Es sind nicht nur alle Speisen und erlesene Getränke inklusive, sondern auch die meisten Landausflüge.

Natürlich können Sie beim Dinner auch eine Château Lafite bestellen, der dann extra kostet, aber bei einem besonderen Anlass, warum nicht? Die offerierten Weine und Spirituosen sind alle sehr hochwertig und empfehlenswert! 

Exzellente Restaurants

Auch an Deck kann ich speisen. Dabei ist das Grillrestaurant sehr schön abgetrennt von den Ruhe-/Liegebereichen. Meine zweite Möglichkeit zum Draußenspeisen ist im Büffet-Restaurant La Veranda, welches abends zum Candlelight-Dinner-tauglichen Italiener Setti Mare wird. Hier frühstücke ich gerne in der Sonne und finde immer ein schickes Plätzchen, denn der überwiegende Teil der Gäste scheint klimatisierte Räumlichkeiten zu bevorzugen.

 Überhaupt: Essen wird an Bord groß geschrieben, die Qualität ist herausragend! Und das fast rund um die Uhr.

  • Das Hauptrestaurant Compass Rose serviert neben Frühstück zum Dinner Erlesenes aus der ganzen Welt – immer versehen mit den Empfehlungen des Küchenchefs! Und denen kann man blind folgen – oder sich eben sein Dinner ganz nach Lust, Vorlieben und Laune selbst zusammenstellen. 
  • Das Spezialitätenrestaurant Prime 7 – ein fantastisches Steakhouse mit eigener Küche 

          TIPP: zum Niederknien: Surf & Turf, Filet Mignon mit einem Maine-Lobster-Tail!

  • Das Chartreuse als Vertreter einer modernen französischen Küche (selten so gut gegessen)
  • Das wohl beeindruckendste asiatische Restaurant auf See, das Pacific Rim. Allein der Eingangsbereich mit einer tibetischen Gebetsmühle von 2,7 Tonnen Gewicht beeindruckt nachhaltig. Kann das Essen da wohl mithalten? Es kann – und wie! Der Sushimeister ist ein Genie, der Service exzellent und alle Speisen lassen einen vergessen, dass man eigentlich auf dem Meer unterwegs ist und nicht direkt in einem der besten Restaurants Asiens zu Gast ist!

Genuss und Unterhaltung

Wer nach gutem Essen eine Zigarre wünscht, der wird sich im Connoisseur Club, dem zweiten Raucherbereich an Bord, wohl fühlen. Auch Zigaretten dürfen hier konsumiert werden. Der Club ist ebenso wie die spektakuläre Observation Lounge (oberhalb der Brücke), der Kartenraum und die Bibliothek mit einer weiteren tollen Einrichtung kulinarischer Art auf dem Pooldeck angesiedelt: Im Culinary Arts Kitchen kann man lernen, die erlesenen Dinge selbst zuzubereiten.

Wer sich körperlich verwöhnen lassen möchte, der kann es sich im Canyon Ranch Spa gut gehen lassen oder im Fitnesscenter etwas für den Body tun. Im Spa erwartet mich ein Infinity Pool nach Achtern raus – ein Erlebnis!

Eine Boule-Bahn, ein Soft-Tennisfeld, eine „Driving-Range“ sowie eine „mini“-Golfanlage runden neben dem Jogging-Parcours auf Deck 12 die Außenaktivitätsangebote ab.

Abend schlendere ich zur Show ins Constellation Theater. Sogar der Cruise Director selbst präsentiert eine tolle Solo-Vorführung mit 7 Musikern (Franky lässt grüßen!). Wer will, kann sich danach in der Explorer Lounge austoben oder sein Geld im Casino verdoppeln. Alle Abendunterhaltungen sind so im Schiff gelegen, dass keine Suite akustische Beeinträchtigungen zu befürchten hat.

Mein Fazit: Ich kehre zurück!

Einer typisch deutschen Eigenart muss man sich allerdings bewusst sein:  Während wir erwarten, dass uns jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird, machen die überwiegend angloamerikanisch verwurzelten Gäste sich stets bemerkbar, wenn sie etwas möchten. Der Augenkontakt mit einem Kellner an Deck wird zwar mit einem freundlichen Lächeln quittiert, erfährt aber nicht die gewünschte Aufforderung nach Abgabe eines Wunsches. Das muss man wissen und beherzigen, dann wird einem „die Welt zu Füßen gelegt“. 

In so einem Bericht gehen noch zahllose Annehmlichkeiten unter, die eigentlich alle erwähnenswert wären. Kehre ich zurück? In jedem Fall! Ich brauche keinen Butler, der Kabinensteward steht 24 Stunden zur Verfügung, das Frühstück auf der eigene Terrasse ist exzellent und, und, und…

Das Preis-Leistungsverhältnis ist absolut gerechtfertigt in dieser Klasse, da wirklich fast alles im Preis inkludiert ist. Ein Tagespreis zwischen € 500 und € 700 je nach Region liegt auf dem Niveau aller echten Luxusschiffe – bei besseren Leistungen! Und da die Reederei auf dem deutschen Markt gerne etwas bekannter werden möchte, gibt es aktuell tolle Angebote für Europareisen. Irgendjemand spricht auch deutsch an Bord, neben der deutschen Speisekarte und Tageszeitung. Versprochen! 

Die Reederei hat sich dieses Schiff etwas kosten lassen, das merkt man an allen Ecken und Enden. So ist ein außergewöhnlicher Kreuzfahrer entstanden, der sogar in einer Liga mit der Europa 2 spielen kann.
Sie haben Fragen zu der Reederei Regent Seven Seas, Silversea oder anderen Luxus-Kreuzfahrten? Schreiben Sie mir! Ihr Jörg Weißgräber, jwe@fahrenkrog,de
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Bildnachweise: ©Regent Seven Seas und Jörg Weißgräber