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Budapest und das "ich-war-mal-da-Gefühl"

Budapest und das "ich-war-mal-da-Gefühl"

Was ist denn das? Zum Weihnachtsmarkt nach Budapest fuhr Yasmin Niegel im Dezember 2016. Trotz Lichterglanz, Kettenbrücke und Paprika-Gulasch blieb ein leichtes "ich-war-mal-da-Gefühl" zurück. Warum? Und gibt es Alternativen?

 

Budapest

Lotta und ich sitzen in der Eurowings-Maschine nach Budapest. Gebucht haben wir pauschal über FTI, denn so haben wir nicht nur den Kielius-Bus nach Hamburg inklusive, sondern auch noch 23 kg Freigepäck. Nicht zu unterschätzen bei minus 6° und Lotta nimmt wirklich immer viel mit!

Budapest klingt irgendwie mächtig – und alt. Nach: „Ich denke oft an Piroschka“, Paprika, Knoblauch und der Kettenbrücke über die Donau. Wir sind ganz in den Reiseführer vertieft als wir nach 1,5 h Flug schon zur Landung ansetzen.

Ungarn hat keinen Euro, sondern Forinth, abgekürzt HUF oder ft. Der euroverwöhnte Mitteleuropäer muss da schon die Kopfrechenkünste ausgraben oder gleich den Handytaschenrechner zücken. Dafür ist es aber wieder spannend die großen, bunten Scheine aus dem Geldautomaten zu ziehen. Mit Bus und Metro geht es vom Airport in die Innenstadt. Kinderleicht übrigens. Selten habe ich ein so übersichtliches U-Bahn-System wie in Budapest gesehen. Die 72 Stunden Karte für alle öffentlichen Verkehrsmittel habe ich mir gleich am Automaten am Flughafen gekauft – auf deutsch – und sie ist Gold wert! Preis 4.150 HUF, umgerechnet ca. 13,50 €. Lotta fährt schwarz und versteckt sich in meiner Tasche.

Budapest zeigt sich kalt und grau – was haben wir erwartet, es ist Dezember! Trotzdem dominiert das Grau mancherorts auffallend, was leider daran liegt, dass es kaum Grünflächen oder Parks gibt. Irgendwie scheinen die Städteplaner diese Farbe vergessen zu haben. Selbst die Donau wirkt nicht „schön blau“, sondern wechselt von silbergrau zu bleigrau.

 

Weihnachtsmarkt

In der Altstadt ist das allerdings schnell vergessen: Rund um den prächtig geschmückten Vörösmarty-Platz wärmt die Weihnachtsbeleuchtung von außen und der „mulled wine“ von innen. Die Besonderheit ist, dass nur Kunsthandwerk verkauft werden darf, keine Massenware aus Fernost. Hier macht das Bummeln Spaß!

Unglaublich ist das kulinarische Angebot in der Platzmitte: Schweinehaxen und Rouladen, Paprika-Gulasch und Würste: Alles liegt aufgetürmt zu riesigen Fleischbergen auf den schmalen Tischen. Die Preise sind angemessen aber keinesfalls günstig. Glühwein: Umgerechnet ca. 3 €, Gulasch in Brotterrine: Umgerechnet ca. 13 € (unglaublich lecker!).

Schade nur, dass alles in Styroporbechern und Tellern serviert wird. So eine Köstlichkeit mit dünnem Einwegbesteck zu zerlegen, erzeugt schon eine Menge Gequietsche von Plastik auf Styropor!

Die perfekte Nachspeise sind Zimtkringel: Umgerechnet ca. 6 €. Apropos Zimtkringel oder besser Kürtöskalacs – diese werden lecker über Holzkohle auf dem Weihnachtsmarkt gegrillt oder preisgünstiger in den Metro-Stationen angeboten. Auch diese sind äußerst schmackhaft, weil sie sehr frisch sind. Die Budapester selbst kaufen dort und die Schlangen sind lang…

 

Die Kettenbrücke

Im Lichterglanz liegt nachts auch die Donau und die Kettenbrücke – diese nehme ich erst auf den zweiten Blick als DIE Kettenbrücke wahr. Alle Budapester Brücken sind schön. Leider wälzt sich der Auto- und Busverkehr dicht an dicht über die Brücke. Unsere Gesprächslautstärke steigt beim Überqueren zu Fuß stetig an, bis eine Unterhaltung gar nicht mehr möglich ist. Trotzdem sind die steinernen Wächter, die Löwen an beiden Seiten, mächtig und imposant, und irgendwie ist die Brücke doch auf fast allen meinen Fotos zu sehen.

Genau gegenüber auf der Budaer Seite fahren wir am nächsten Morgen mit der historischen Standseilbahn hoch zur Burg. Das ist definitiv ein tolles Erlebnis und für normal geübte Spaziergänger reicht ein one-way Ticket nach oben. Der Holzkasten rumpelt den Berg hoch, und der Ausblick von hier ist unglaublich!

 

Touristen-Nepp

Wie in allen Großstädten bietet auch Budapest viel Nährboden für so manche Gaunerei. Gerade auf dem Burgberg begegnet einem der typische Touristen-Nepp und auch die Brieftasche sollte gut verstaut sein… Und bitte kein Geld auf der Straße wechseln, kein (unechtes) Paprikapulver in der Markthalle erwerben und auch keine Stickereien von alten Mütterchen am Straßenrand kaufen! Reingefallen sind wir aber dennoch: In eine prähistorische Touristenfalle namens „Budapester Labyrinth“. Mit Dracula und Co. lockt es uns in die Unterwelt der Stadt. Für schlappe 8 € steigen wir zwar eine urige Treppe hinab, erkennen dann aber schnell, dass die dunklen Kellergänge mit allerlei Gerümpel und Plunder gefüllt sind, die in keinster Weise in irgendeinem Bezug zueinander stehen. Bröckelnde Wachsfiguren fristen hier neben „antiken“? Säulenfragmenten ihr Dasein. Irgendwo läuft ein Stummfilm über den Plattensee, den man sich in moder-nassen Plüschsesseln anschauen kann – alles sehr skurril. Wir atmen hörbar auf, als wir wieder draußen sind.

 

Straßenbahn Nr. 2

Den zauberhaftesten Ausflug haben wir ganz durch Zufall entdeckt: Die Straßenbahn Nr. 2 fährt ab der Haltestelle "Jászai Mari tér" Platz an der Margaretenbrücke in südliche Richtung direkt an der Donau entlang. 17 Minuten nur dauert die Fahrt bis zur südlichen Endhaltestelle und bietet ein traumhaftes Panorama auf die Donauschiffe, den Burgberg und die Brücken. Außerdem umfährt sie im Halbkreis das 96 m hohe Parlamentsgebäude am Donauufer.

Dann ist Budapest auch schon wieder vorbei und hinterlässt ein leichtes „ich-war-mal- da-Gefühl“. Nett war es, uns reichte aber ein längeres Wochenende vollkommen aus. Und sollten Sie jemals vor der Frage stehen: Budapest oder Prag? Nehmen Sie Prag….

Sie haben Fragen zu Budapest (oder Prag)? Schreiben Sie mir! Ich freue mich auf Sie! 

Y.Niegel@Fahrenkrog.de

Yasmin Niegel